Ausgehört

Veröffentlicht 5. Oktober 2011 von witchym

… habe ich eben das Hörbuch „Ein Schnupfen hätte auch gereicht – Meine zweite Chance“ von Gaby Köster und Co-Autor Till Hoheneder.

Ja, ich gebe zu, ich mochte die laute Krawall-Röhre Gaby Köster eigentlich ganz gerne auf der Bühne sehen (ok, nicht, wenn ich Kopfschmerzen hatte). Auch als Rita an der Supermarktkasse, sehe ich sie mir hin und wieder gern an. Dass sie von heute auf morgen plötzlich aus der Öffentlichkeit verschwand, hatte mich doch ganz schön beschäftigt. Dass man so absolut rein gar nichts über ihren Verbleib hörte (außer dumme Gerüchte), fand ich merkwürdig und taktisch auch nicht besonders klug. Sie neulich dann ebenso plötzlich wieder in der Öffentlichkeit wiederzufinden, beschäftigte mich erneut. Ich habe mir nur ihr allererstes Interview im Fernsehen angesehen, habe alle zerstückelten, ausgeschlachteten Wiederholungen und Kommentare dazu gemieden und mir auch die Meinung der Presse dazu erspart. Ihr Buch wollte ich unbedingt lesen, das stand fest. Und als ich es letzte Woche bei Audible in Hörbuch-Form entdeckte, war es sofort gekauft. Und seitdem saß Gaby Köster mit mir im Auto und hat mir von ihrem Leben erzählt.

Das Buch zu beschreiben ist total schwer für mich. Ich muss vornweg sagen, dass ich keine Erwartungen an den Inhalt hatte. Naja … vielleicht doch … in ihrer derben Komik wird sie wohl heftig verbal mit dem Schlaganfall kämpfen, dachte ich. Doch es ist ganz anders geworden. Es ist ein ehrliches Buch. Das wohl in allererster Linie. Ihre Stimme ist vom Schlaganfall noch gezeichnet, doch man erkennt sie wieder. Ich hatte oft das Gefühl, sie sitzt wirklich mit mir im Auto und erzählt einer guten Bekannten nach langem Wiedersehen, durch welche Sch… sie in den letzten Monaten gehen musste. Sie rechnet schonungslos mit der Regenbogenpresse ab. So verstehe ich nun ansatzweise, warum sie und ihr Management den Weg des völligen Schweigens gewählt hatten. Da ich kein Freund von Promi-Klatsch bin, habe ich damals gar nicht mitgekriegt, dass der „Fall“ doch durch die Presse ging und voller Lügen war.

Obwohl das Thema Schlaganfall so ernst und bitter ist und es Gaby ja auch ganz schön erwischt hatte, fühlte ich mich gut unterhalten. Ich habe vielleicht nicht so oft gelacht, wie es die beiden Autoren gerne gehabt hätten. Trotzdem … so manche Pointe ala Gaby Köster hat mich laut auflachen lassen. Sie ist und bleibt typisch Gabi Köster! Besonders angetan bin ich von all der Liebe, die zwischen den Zeilen für ihre Freunde und Familie mitschwingt. Ja, ich gestehe: Da hatte ich auch oft Tränen der Rührung in den Augen.

Irgendwie hatte ich auch den Eindruck, dass sich Gabys Sprachleistung im Laufe des Hörbuches verbessert hat (hat mich sehr gefreut für sie). Wenn man genau hinhört, kann man die Rührung in ihrer Stimme hören. Das berührt! Am Ende bleibt das Gefühl, man würde gern noch mehr von ihr hören.
Sie macht sich Sorgen, wie es beruflich weitergehen soll. Ich würde mich freuen, sie wieder mit einem Programm zurück auf der Bühne zu sehen. Schnabel und Geist sind ja noch immer in Ordnung. Dass sie nicht mehr so zappeln kann … nun … ich wette, das kann sie mit ihrem Sprechwerkzeug und Kreativität glatt wettmachen. Das wär eine Herausforderung!?
Ich fand übrigens auch die Stimme von Co-Autor Till Hoheneder sehr beeindruckend. Was er über seine Beziehung zu Gaby zu sagen hat … nun … ich sag nur: Pipi in die Augen.

Hörbuchtechnisch würde ich mir wünschen: Ein lustiges Hörspiel von und mit den beiden würde ich doch sofort konsumieren! Also bitte: An den Schreibtisch ihr beiden!!!

Übrigens beeindruckte mich auch die Grat-Wanderung zwischen Privatleben und Diskretion. Das ist echt eine Meisterleistung! Wow.

Und da gab es ein Wort, dass ich ausgesprochen schon lustig fand, aber nun, zufällig online gefunden … hihihi … noch lustiger: „Drissdrecksdrisselig“ (er Schlaganfall) So was hat der erzgebirgische Volksmund nicht zu bieten! hihihi

Fazit: Das Buch ist wirklich empfehlenswert!

 

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2 Kommentare zu “Ausgehört

  • Hallo Monika,

    das hört ich tatsächlich gut an. Zwar lege ich mir selten ein Hörbuch auf, da ich in Österreich mit dem Ö1-Radioprogramm gesegnet bin und dort sehr schöne Sprache und schöne Stimmen zu hören sind, doch dein Bericht könnte mich verlocken.
    Ja, das ist wohl nicht leicht, als Promi nach einem Schalganfall wieder ins Leben beziehungsweise in die Öffentlichkeit zurückzufinden. Ich wünsche Gabi von Herzen alles Gute!

    Und dir sage ich danke für deine wunderbares Blog!
    Namenskollegin Monika (Rosenherz)

  • ich hab nur eine Hörprobe gehört von dem buch hab ich auf meinem blog, ich war auch erstaunt, als sie plötzlich wieder da war, man hörte so viel anderes
    es wurde ja viel vermutet was ja dann doch nicht gestimmt hat. nein, Hörbücher mag ich eigentlich nicht, ich lese lieber selbst.
    gruss
    halbeskilo

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