22. Klöppeltage in Annaberg-Buchholz

Veröffentlicht 27. September 2011 von witchym

Ich war dort. Obwohl ich vorher eigentlich nicht wollte … oder dachte, nicht zu können … hihihi Aber irgendwie gehts dann meistens doch. Und – auch schon fast selbstverständlich – war mein Schwesterherz auch dabei. Wir haben uns erst am Sonntag nach Annaberg gewagt und wiederholt festgestellt, dass der extreme Besucheransturm sonntags aus bleibt. Zwar sind immer noch vieeeeele Besucher da, aber es gibt auch mal ein paar kurze Momente, wo es fast menschenleer scheint. Was für ein Luxus, mal ganz allein an einem Stand zu sein, ihn mal aus 1-2 Metern Entfernung zu begutachten, ohne dass eine Menschengruppe sich dazwischendrängelt. So gefällt uns das und wir erinnern uns dann immer gleich wieder daran, dass wir doch EIGENTLICH IMMER nur sonntags zu solchen Veranstaltungen gehen wollen. hihihi

So richtig viele Fotos von der Ausstellung haben wir dieses Mal gar nicht gemacht, obwohl sie wieder – wie immer – beeindruckend war. Trotzdem … ihr wollt doch sicher Bilder sehen, oder? Ein paar Eindrücke haben wir auf jeden Fall festgehalten. Bittesehr:

Das Traditionelle. Bei all den Fensterbildern, Aufstellern usw., die man heutzutage gern und oft klöppelt, ist es immer wieder gut, wenn man auch an klassische Klöppelstücke erinnert wird. Das Moderne hatte natürlich auch seinen Platz:

Ich wette, so mancher regelmäßige Besucher kommt auch wegen der vielen Schauklöpplerinnen. Sonntags sieht man vor allem den Nachwuchs in Aktion:

Die Mädels haben offensichtlich sogar Spaß dabei:

Große und kleine Jungs gehören auch dazu:

Wobei so ein klöppelnder Mann immer wieder wie ein Magnet die Weibchen anlockt:

Anderen über die Schulter schauen … fachsimpeln … oder einfach nur den Anblick vieler Klöpplerinnen in Aktion genießen… Ich finde, das ist ein ganz besonderes Markenzeichen der Annaberger Klöppeltage.

Auch untereinander wird gefachsimpelt. Im nachfolgenden Bild festgehalten habe ich die Drei allerdings eher wegen der geklöppelten bzw. beklöppelten Kleidungsstücke (JA, nämlich: Wenn man sagt: Bist du etwa beklöppelt???? Dann ist das keine Beleidigung, wie man denken könnte, sondern ein Lob! hihihi)

Die Dame links trug eine hübsche geklöppelte Kette, die in der Mitte zierte ein wunderschöner Schal und rechts, das gefiel mir auch sooooo gut, war ein Ornament auf dem schwarzen T-Shirt. Alles wirklich schick!

Natürlich sind auch die anderen Besucher interessant. Da sucht man mit geübtem Blick jeden Nahestehenden ab, ob da nicht was zu entdecken ist. Wenn man so ein Figürchen hat, dann darf man auch einen schmucken Gürtel tragen:

Diese Frau zeigte ganz offen ihren Fleiß. Eine geklöppelte Weste und eine beklöppelte Tasche:

Mein Lieblingsstück aus der Ausstellung war dieses edle Kleid:

Aus der Nähe sieht es noch besser aus:

Es waren ja wieder alle namhaften Händler dabei. Die Auswahl ist schon wahnsinn! Wir kommen ja schon seit Jahren hierher und wissen, was wir erwarten dürfen. Aber vor der Toilette sprach ich mit einer Frau, die Handarbeitsfreundinnen aus dem Schwarzwald hierher gelockt hatte. Diese wären total überwältigt und aus dem Häuschen! Ja, das kann ich verstehen. Es gab drei Lieblingsstände, zwei davon habe ich im Bild festgehalten:

Frau Schmat aus Schneeberg zeigte wunderbare Dekosachen und Deko-Ideen. Einfach super! Ich konnte mich nicht sattsehen. Ebenfalls sehr kreativ mit Klöppelspitze geht Fa. Köhler aus Geyer um:

Rechts im Bild der Schal ist übrigens aus Sockenwolle geklöppelt! Bei diesem Stand hat mich außerdem beeindruckt, dass sie sich noch an Christine und mich erinnern konnten. Wir haben uns nämlich bisher nur 1 x gesehen: Auf der Klöppelmesse in Sosa vor 2 Jahren. So ein Erinnerungsvermögen!

Gut eingekauft haben Christine und ich auch beim Klöppelshop Kunze aus Großolbersdorf. Da waren es die diversen Anhänger, die es mir angetan hatten. Da hätte ich mich beim Einkaufen beinahe vergessen können.

Und beinahe hätte ich den Bart Francis aus Belgien vergessen! Er war auch wieder da. Auch dies ist eine große Erwartung jedes Jahr. Ich liebe es, ihm zuzuhören, wenn er mit seinem unverwechselbarem Dialekt und überschwänglichen Gesten der Kundschaft die Einzigartigkeit seiner wirklich außergewöhnlichen Garne verkauft. Bart Francis ist einfach UNTERHALTUNG PUR! Da wird schon mal schnell eine Modenschau veranstaltet:

Und tolle Garne hat er allemal:

Randerscheinungen gibt es natürlich auch immer bei solchen Events. Eine hübsche Blumenampel:

Sowas war vor vielen Jahren schon mal sehr modern (richtig, liebe Schwester?), aber ich finde sie immer noch und immer wieder schön. Nur bei durchschnittlicher Deckenhöhe von 2,00-2,20 m braucht man sowas vielleicht eher … weniger … leider.

Außerdem gab es auch ein bisschen Keramik und Geschnitztes zu sehen, da entsprechende Arbeitsgruppen in den Räumlichkeiten tätig sind und natürlich gern einen Blick auf ihre Arbeit werfen lassen.

Im Nachhinein wundere ich mich, dass ich gar nicht den Eindruck hatte, dass es schon extrem auf Weihnachten zu geht. Obwohl natürlich auch ausreichend Weihnachtliches zu sehen und kaufen gab.

Witzig war, dass wir einen berühmten, wichtigen Klöppelshop total vermisst haben. Wir sind mehrfach durch alle Räume gewandert, trotzdem … Nichts gefunden. Mein Schwesterlein ließ den Kopf schon hängen, hatte sie doch extra einen Einkaufszettel dafür geschrieben. nun ja … bleiben ein paar Wünsche halt offen … Wir waren schon über dem Gehen, ich ließ sie eine Weile alleine im Eingangsbereich stehen. Und als ich zurück kam, empfing mich ein strahlendes Gesicht. Schau doch mal geradeaus … (direkt an die Theke für Eintrittskarten) Da steht ein riesiges Schild mit einem dicken Pfeil nach rechts. Ja … nur ein paar Schritte entfernt … da waren noch zwei Händler! Unser gesuchter und ein weiterer, der 3. schönste in meinen Augen. Was leider unser beider Geldbörse auch zu spüren bekommen hat. hihihi

So ist das manchmal: Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Andere sind ins Haus gekommen und SOFORT nach rechts geschwenkt. Naja. Man lernt nie aus. *Grins Am Ende waren wir aber dann RUNDUM zufrieden! Wir hatten noch Zeit, bis Christines Zug fuhr, und so zogen wir uns in ein Café zurück, um das Erlebte noch einmal durchzuarbeiten, das Gekaufte zu sichten und ein bisschen zu tratschen.

Tja, und seht mal, wer sich genau dabei im benachbarten „Schoko-Gusch’l“ aus dem Versteck gewagt hat:

Der kleine Filou will doch einfach immer und überall dabei sein. So was Neugieriges! Schoki hat er aber nicht gekriegt!

Tja, meine Lieben, so endete ein schöner Tag für uns. Der Regen hin und wieder hat uns kaum gestört, wir waren ja im Trockenen. Und wer noch was zu den 22. Klöppeltagen in der Presse lesen will, kann hier nachlesen.

Und bitte nicht vergessen: Nächstes Jahr im März ist in Annaberg-Buchholz der Klöppelkongress!!!

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2 Kommentare zu “22. Klöppeltage in Annaberg-Buchholz

  • Danke für den interessanten Bericht und die schönen Bilder. Im nächsten Jahr lerne ich klöppeln! Von meiner Tante habe ich den Klöppelsack geerbt und ein bißchen Zubehör und in Landsberg gibt eine Dame Unterricht, da melde ich mich im nächsten Jahr an ( dieses Jahr ist leider irgendwie schon „um“…). Ob ich das begreife, weiß ich ja noch nicht, aber eine Freundin meint, es sei „ganz leicht: rüber-nüber-rum-und-dum“, naja, ich werde sehen :). Und sehen wir uns am Wochenende in Ferropolis? In Pouch habe ich Euch vermißt ( gab aber nichts tolles an Wolle, aber einen tollen Klöppelstand!).
    Grüßchen aus Halle von Uta

  • Welch schöner Bericht! Ich war gleich mal wieder in der Räumen und habe mich an den Bilder gerfreut. Inzwischen habe ich auch schon fleißig geklöppelt – meine Motivationmuß unbedingt ausgenutzt werden.
    Den Wink mit der Blumenampel habe ich verstanden. Ich werde sicher keine Ampel für Delitzsch arbeiten.
    Deine neue Kollegin im Büro bringt dir sicher ein bisschen Abwechslung. Was sagt deine Chefin zur neuen Mitarbeiterin?
    Liebe Grüße
    Christine

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