Die verstrickte Dienstagsfrage 24/2011

Veröffentlicht 14. Juni 2011 von witchym

Bei mir spielt es bei der Kaufentscheidung für oder gegen ein Garn durchaus eine Rolle, ob das Garn als Knäuel oder nur als Strang zur Verfügung steht. Ich kaufe nur dann Stränge, wenn es sich nicht vermeiden lässt (und auch das immer weniger, lieber verzichte ich mittlerweile auf einige Garne ganz und gar). Ich möchte mit dem, was ich kaufe, sofort stricken können, und nicht noch Stunden mit lästigem Aufwickeln verbringen müssen. Ich empfinde den Verkauf von Strängen auch eher als altertümliches Überbleibsel aus den 80er Jahren, als es als „öko“/“grün“ galt wieder in Stränge zu kaufen (auch wenn das so verkaufte Garn seinerzeit nebenbei alles andere als ökologisch war), und wenn ich ihn bei sehr handwerklich produzierten Garnen nachvollziehen kann (kleine Färbereien/Spinnereien können sich natürlich weder finanziell noch vom Platz und Aufwand her eine zusätzliche Anlage für die Knäuelwicklung leisten), sehe bei industriell gefe rtigten Garnen großer Marken den Sinn darin nicht.
Mich würde interessieren, ob andere es auch so sehen – oder sie umgekehrt sogar lieber Stränge als Knäuel kaufen und warum.
Vielen Dank an Martine für die heutige Frage!

Hm … da muss ich direkt mal nachdenken, wann und wie oft ich Stränge kaufe …
Also überwiegend kaufe ich Wolle im Knäuel, da ich ja viel Kunstfasern (Microwolle etc.) und Bw bzw. Bw-Mischungen verstricke. Da bin ich auch echt froh, dass die schon gewickelt sind. Stränge in Form von Tuchwolle oder Sockenwolle kaufe ich nur selten, eher mal zu einem Wollefest oder einer anderen Messe. So als Schmankerl. Dann ist es schon störend, dass man damit nicht sofort losstricken kann. Ich bin sehr, sehr froh, dass mein altes Mütterchen noch da ist. Sie ist die weltbeste Abwicklerin, mit ihr zusammen Wolle wickeln macht wirklich Spaß. Allerdings wickle ich die Wolle auch erst dann, wenn das Verstricken bald losgeht, weil ich finde, dass Stränge einfach viel schöner aussehen. Ich würde wohl 90 % meiner gekauften Stränge ignoriert haben, wären sie auf ein Knäuel gewickelt gewesen.

Fazit für mich: Ich bin froh, dass es die Wolle, die ich überwiegend verstricke, in einer Form zu kaufen gibt, wo ich gleich losstricken kann. Die meisten der wenigen Stränge, die ich besitze, werden wohl ewig als Strang existieren, weil ich sie eher zum Ansehen, als zum Verarbeiten gekauft habe. Ansonsten hift mir Frau Mutter beim Wickeln. Danke dafür! Ich glaube, dass es so viel Stränge gibt, hat auch viel, sehr viel mit der Optik zu tun.

Für die ganz Eiligen gab es übrigens auf dem Leipziger Wollefest einen Sofort-Wickel-Service, der scheinbar auch gern genutzt wurde.

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