Die verstrickte Dienstagsfrage 10/2010

Veröffentlicht 16. März 2010 von witchym

Beim Stöbern fand ich noch die hochinteressante, wenn auch schon 1 Woche alte Frage Nr. 10/2010. Und da ich heute in Antwort-Laune bin, schiebe ich die Antwort heute gleich noch nach. Da das Thema immer aktuell ist, schadet meine Verspätung ja nicht. Das Wollschaf fragte letzte Woche:

Viele von uns (ich auch) leben mit einer Konfektionsgröße jenseits der 42. Die Strick-Anleitungen für Übergewichtige sind nicht gerade üppig.
Meine Frage zielt zwar auf „Menschen mit größerem Format“ ab, aber auch die Antworten von Normalgroßen und -gewichtigen sind interessant, man kann die Antworten auch auf Teilbereiche beschränken. Natürlich geht es da auch ins Persönliche, aber ich habe bereits festgestellt, dass es ein großes Interesse gibt, darüber zu sprechen.

Sollen Übergewichtige Strickkleidung tragen oder darauf verzichten?
Als Betroffene ( r ): Strickst du für dich Pullis und Jacken oder lieber nur Tücher, Socken oder Accessoires?
Welche Schnitte sind vorteilhaft? Welche Garne?
Welche sind abzulehnen?
Änderst du herkömmliche Anleitungen auf deine Figur ab oder entwirfst du eigene Designs?
Wo gibt es geeignete Anleitungen oder Stricktipps für die stärkere Figur? (Bücher, Hefte, Websites, welche?)
Bitte auch welche in deutscher Sprache.

Herzlichen Dank an Reni für die heutige Frage!

Mit Größe 52 gehöre ich genau in die angesprochene Gruppe von Frauen. Es gab Jahre (schon lange her), wo ich wirklich nichts Selbstgestricktes getragen habe, weil es angeblich AUFTRÄGT!!!! Aber mal ehrlich Leute: Ich bin dick. Ob ich nackisch bin, in Badeanzug, in Klamotten, in dicker Winterjacke oder eben in gestrickten oder nichtgestrickten Sachen. Dick ist dick. Damit bin ich schon gestraft genug, wieso soll ich auf den Spaß verzichten? So groß ist die Auswahl an individueller und bezahlbarer Mode für uns ja leider nicht. Also warum nicht selbermachen? Es hat auf jeden Fall den Vorteil, dass man auf gewisse Besonderheiten Rücksicht nehmen kann. Ich habe zum Beispiel das Problem, wo mein dicker Bauch reinpasst, ist leider zuviel Platz für einen üppigen Busen, den ich (gott-sei-dank) nicht habe. Das sieht bei Blusen oder manchem Pullover total besch… aus.

Ich weiß gar nicht, warum ich meine qualvolle Strickabstinenz damals eigentlich aufgegeben habe. Heute könnte ich mir gut vorstellen, dass meine Schwester Christine daran schuld war. Sie hat schon immer viel gestrickt und hatte fast nur gestrickte Pullover oder Westen an. Das fand ich toll und war mein Traum für mich selbst. Bestimmt hat sie mir mal gesagt: Mach doch! Jedenfalls … irgendwann zum Glück hab ich wieder Pullover gestrickt. Heute kann ich sagen, dass auch ich fast nur gestrickte Pullover anhabe. Auch auf Arbeit.

Noch ein wichtiger Aspekt: Ich schwitze schnell. Gekaufte Pullover sind gern zu dick. Bei Selbstgestrickten kann ich darauf achten, dass mir das Material leicht genug ist oder – hihihi – ich stricke halt ein paar Löcher rein. Deshalb trage ich übrigens NOCH lieber Gestricktes im Sommer als im Winter! Bei gekauften ärmellosen Teilen schaut bei mir gern aufgrund fehlender Oberweite das Wenige zum großen Armloch raus. Kann ich bei Marke Selbstgemacht so lange ändern, bis es blickdicht ist und was ich oben kürzer stricke, kommt unten ran, damit mein Dickbauch auch schon zugedeckt ist. hihihi

Die meisten meiner Sachen entstehen im Kopf oder ich stricke nach Bild. Da die Größe noch nie gepasst hat, kann ich mit Anleitungen nichts anfangen. Zwar habe ich auch ein paar Strickhefte für große Größen, aber ehrlich: Einiges ist einfach zu langweilig, das Meiste ist in meinen Augen extrem dickmachend, ein bisschen was ist einfach dermaßen abgedreht, dass es nicht taugt. Ich kaufe mir diese genau wie andere Strickhefte: Als Bilderbuch oder Anregung. Wie gesagt, am Ende stricke ich nach Foto oder nach eigener Idee.

So richtig toll finde ich die Bücher „Big girl knits“ und „More Big Girl Knits“. Die Modelle sind zwar nur bedingt nach meinem Geschmack, aber wer sich die Mühe macht und sich durch die schwierig klingenden Erklärungen der Berechnungen kämpft, kriegt bestimmt ein traumhaft passendes Modell nach  eigenen Vorstellungen hin. Da sind die Formeln für alle möglichen Ab- oder Zunahmen erklärt, die nötig sind. Bisher hab ich den Aufwand noch gescheut, aber eines Tages … ihr wisst schon … Ich liebe außerdem den Humor, mit dem die Bücher geschrieben sind. Sogar mein Walter hat schon drin herumgeblättert und gelacht. Auch er meint, die Tipps hören sich sehr vernünftig an.  Echt schade für die nur deutschsprachigen Strickerinnen, dass es die Bücher bisher nur auf Englisch gibt.

Und ja, meine Lieben, ich verstricke auch Fransengarn (z. B. mein Kückenpullover):

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2 Kommentare zu “Die verstrickte Dienstagsfrage 10/2010

  • Beim Lesen des Blogs mußte ich ein bisschen schmunzeln. Erstens schreibst du super und zweitens sprichtst du mir aus der Seele.
    Ich denke nicht unbedingt daran, wie Dick ich bin, wenn mir ein Pullover oder Muster gefällt. Mir muß das Teil gefallen und dann trage ich es. Ob „Dünne“ immer daran denken, daß sie nichts anziehen, wa sie noch dürrer erscheinen läßt?
    Mit den Strickanleitungen sehe ich anders, aber ich wurschtle mich (auch mit Hilfe) dann so durch.
    Dein Kückenpullover gefällt mir übrigens immer noch gut.
    Liebe Grüße
    Christine

  • Na ich finde es auch sehr diskriminierend und dumm zu sagen, das darf der nicht anziehen und das darf dieser nicht anziehen. Ist doch alles scheissegal, ehrlich, Hauptsache ist doch man fühlt sich wohl. Und warum sollen denn Rubensfrauen nicht auch was schönes gestricktes anziehen. Meiner Meinung nach sieht das auch irgendwie schöner aus, da es wirklich passend gestrickt ist, als die Sachen die man im Laden kauft. Ich bin nicht wirklich dick, eher dünn, aber trotzdem mag ich auch lieber so wie du dünnere Wolle, da die dickeren mir auch zu warm sind. Also Mädels, ob dick oder dünn, tragt das wo ihr euch wohl fühlt und nicht das was andere meinen, das ihr tragen müsst, damit die sich wohl fühlen…..

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