(N)ostalgie Teil 2 – Das Museum

Veröffentlicht 20. September 2009 von witchym

Das Wühlen in der schönen Wolle hat mich auf eine Zeitreise geschickt. 20 Jahre jünger, da war ich mitten in der Lehre und hatte die erste Hochstrickzeit meines Lebens. Wenn ich Praktikum hatte, musste ich nach der Arbeit in Schneeberg eine Stunde auf dem Bus warten. Die Bushaltestelle war direkt vor einem Handarbeitsladen. Das war schon damals eine ziemliche Gefahr, obwohl es meistens eher nichts Schönes an Wolle gab. Als guter Lehrling bekam ich regelmäßig 1 x im Quartal eine Prämie, die es nur dann bis nach Hause geschafft hatte, wenn mir die Verkäuferinnen eine neue Wollelieferung in den nächsten Tagen in Aussicht stellten. Wobei es aber eher der Fall war, dass ich mir Wolle eine Woche zurücklegen ließ, bis es die nächste Prämie gab.

Tja, der Virus war also schon vor 20 Jahren in mir. Damit würde ich diese Krankheit als unheilbar bezeichnen. Und da ich keine Lust auf Therapie habe, erkläre ich mich gleich als austherapiert. hihihi Damit habe ich meine Ruhe und füge mich still meinem Schicksal und werde mich den Rest meines Lebens mit diesem Virus arrangieren müssen. hihihi

Nun ja … zurück zum eigentlichen Thema … Am Freitag also habe ich mich durch die Säcke voller DDR-Wolle auf eine Zeitreise begeben, die am Samstag durch einen Ausflug weiterging. Walter und ich haben Schwägerchen Peter ins Auto gepackt und ihn auf eine Überraschungsfahrt mitgenommen. Das Ziel: Das DDR-Museum in Greiz.

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Wir kannten es alle noch nicht. Peter, der gern Trödelmärkte besucht und sich gern an seine DDR-Zeit erinnert, war total begeistert vom Ziel. In dem riesigen einstigen Fabrikgebäude ist nämlich nicht nur das Museum, sondern gleich noch ein Trödelmarkt dazu. Wobei der Schwerpunkt hier eher auf Möbel liegt.

Insgesamt gab es 5 Etagen zu entdecken und zu durchforsten. Wir 3 hatten dabei unseren Spaß.

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Es gibt wirklich alles Mögliche aus allen möglichen Bereichen zu sehen: Spielzeug, Schule, Lebensmittel und Drogerieartikel, ein Friseurladen ist nachgestellt, Technik aus allen möglichen Jahrgängen, Haushaltsgegenstände, Möbel … wirklich alles, was einem einfällt. Wir genossen vor allen die Zeit im Museum, wo wir uns selbst überlassen waren und die Chance nutzten, Schubladen und Schranktüren zu öffnen.

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Einziger Wermutstropfen für mich persönlich: Es gab nicht viel an Handarbeiten zu sehen. Die wenigen Dinge hab ich trotzdem fototechnisch eingefangen.

Diese Decke konnte man leicht übersehen:

PICT0796 Die musste ich gleich mal näher betrachten:

PICT0797und noch ein bisschen näher:

PICT0798Das Häkelmuster und sogar die Farben gefallen mir als Sofadecke so richtig gut.

Hier mal ein Kelim-Kissen, dass ich in einer Truhe entdeckt habe (Ich hege ja heimlich eine tiefe Liebe zu Kelim-Kissen!):

PICT0855Ach nein, das war das falsche Kissen. Hier war das aus der Truhe:

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Überrascht war ich von diesem Kissen:

Kissen

Meine Mutter hat damals das Fellfutter für Studenkutten genäht. Aus kleinen Fellresten hat sie haargenau solche Kissen genäht! Das war DER Renner. Sie wurden selten wegen Modewechsel weggeräumt. Das Los dieser Kissen war: An Überbeanspruchung sterben. Da ist man schon erstaunt, wenn plötzlich ein ungebraucht aussehendes Kissen vor einem liegt. Na, Christine, erinnerst du dich?

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Und hierbei hatte ich besonders viel Spaß:

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Fazit: Obwohl das Museum noch lange nicht fertig ist und so mancher Schatz unbeachtet in einer Kiste oder Schublade verstaubt, so sei jedem ein Besuch empfohlen, der gern in Erinnerungen kramt und kein Problem hat, staubige Finger zu kriegen. Es war ein bisschen wie heimlich in Omas Schränken schnüffeln und kramen. Wir waren deutlich über 3 Stunden dort und hatten eine Menge Spaß beim Entdecken! Und 1,50 € Eintritt pro Person war echt jeden Cent wert.

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Ein Kommentar zu “(N)ostalgie Teil 2 – Das Museum

  • Hihi, da kommen Erinnerungen hoch…..solche gestickten Kissen hatte ich auch. Aber an die hocherotischen Schürzen kann ich mich nicht erinnern. Ich dachte, daß wär eine Erfindung der Neuzeit. So kann man sich irren!

    Liebe Grüße Bärbel

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