Handmade Sachsen in Leipzig

Ich war da! War ja fast schon klar, oder? Die 1. Handmade Sachsen in Leipzig. Was Christine Manitz auf die Beine stelle, muss man doch entdecken, oder?? Walter und ich sind schon recht früh hin, damit auch die Stände noch gut befüllt sind und der Besucheransturm noch nicht so groß ist. Das war sehr schön, weil wir wirklich in Ruhe stöbern und entdecken konnten. Gegen Ende unseres Besuches nahm der Andrang doch erheblich zu, was den Ausstellern und Organisatoren natürlich mehr als zu gönnen ist!

Leider, leider hatte ich gar kein glückliches Händchen beim Fotografieren. So gibt es kaum Fotos zum Wegzeigen. Das ärgert mich im Nachhinein schon sehr. Aber die wenigen … nun … hier sind sie. Birgit Freyers Kunstwerke:

Auf der Bühne gab es den Handarbeitsnachwuchs zu sehen:

Und hier der hübscheste Hintern (Der Stand von Amor und Psyche)

Und mein persönlicher Lieblingsstand (Fa. Locke bzw. wolle-online):

Klar, mich hat natürlich in erster Linie Wolle & Co am meisten interessiert. Aber es gab natürlich eine hübsche Bandbreite an anderen handmade-Dingen. Schaut einfach mal auf der Handmade-Seite die Austellerliste an, besser kann ich es nicht beschreiben. Die Messe ist auf alle Fälle sehenswert! Ich hoffe sehr, es lohnt sich für alle und es gibt nächstes Jahr (und die folgenden Jahre natürlich auch) eine Wiederholung. Möge diese Veranstaltung so erfolgreich wachsen wie das Wollefest!

Also, liebe Leser: Heute ist Sonntag, die Messe läuft auch heute noch. Also nichts wie hin!!!!

 

Fachliteratur

In den letzten Wochen sind einige neue Bücher bei mir eingezogen und ich finde sie allesamt ohne Ausnahme einfach nur SUPER! Wenn ich sie nicht schon hätte, würde ich sie mir glatt noch mal kaufen. hihihi

 The knitting calendar 2012  (ich hab wirklich noch nicht reingeschaut!)

Seamless knits von Andra Knight-Bowan

Knitting nature von Norah Gaughan

Stau-Gestricksel

… so ein Stau ist schon ganz schön lästig. Besonders, wenn man 1 Stunde herumsteht, ohne dass sich das Auto 1 cm bewegt. Und man will doch einfach nur so schnell wie möglich nach Hause! So geschehen gestern auf dem Weg nach Delitzsch. Stau auf der A14. Wieder einmal. Gut, dass ich Strickzeug griffbereit hatte. So hatte der Stau am Ende noch was Gutes: Es sind ein paar Socken fertig geworden. Der Schornsteinfeger aus Opal-Wolle.


Sockenpaar 05/2011
zunächst für die Geschenke-Kiste
Größe 42 mit 25 cm langem Schaft
Wolle: “Schornsteinfeger” von Opal

Ich musste ganz schön weit zurückblättern, um nachzusehen, das wievielte Paar es dieses Jahr ist. Es sieht so aus, als ob ich dieses Jahr keine 13 Paar stricke, auch wenn ich das nächste Paar schon auf den Nadeln habe. Aber das ist ja kein Problem. Wer hält schon seine Neujahrs-Vorsätze ein?

Die verstrickte Dienstagsfrage 45/2011

Das Wollschäfchen fragt diese Woche eine ältere, aber interessante Frage:

Angenommen, du sitzt auf dem Sofa (Sessel, Bank, Stuhl…) und strickst. Was brauchst du unbedingt in Griffweite?

Die Frage ist vom Januar 2005, ich wusste gar nicht, dass das Schäfi schon soooo alt ist. Wow. Aber nun meine relativ minimalistische Antwort:

Das ist sicher abhängig, ob Sommer (kühle Getränke, Handtuch, Badesee, …) oder Winter (Kuscheldecke über die Beine, Kerzen auf dem Tisch, große Kanne Tee auf dem Stövchen…), aber IMMER nötig sind:

Ich geh’ mal davon aus, dass man strickend sitzt und demzufolge das Strickzeug selber schon da hat. Aber darüber hinaus brauche ich das schnurlose Telefon mit an-den-Ausschnitt-Klipser (lieber ist mir aber gleich meine Schwester in Person), was zu trinken, Joghurt oder Obst für den Hunger zwischendurch, ein-zwei Extraknäuel Wolle und mein Utensilien-Dingsda (mit Schere, Nadel, Häkelnadel, Stricknadeln, Schreibzeugs usw.),  Fernbedienung für TV oder – im Strickzimmer – mein Radio, (unterwegs lieber ein Audiobook auf den Ohren).

Der Luxus wäre: Partner, Freunde oder fassen wir das mal zusammen unter: Live-Unterhaltung. Wenn ich abgelenkt bzw. gut unterhalten bin, stricke ich schneller, habe ich gemerkt.

Neuigkeiten aus dem Strickzimmer

Das alte Bücherregal hat meinem Walter nicht gut gefallen. Zwar ist es an sich schick, aber unter der Last meiner Fachliteratur haben sich die Bretter einfach zu sehr gebogen. Ich hätte ja damit leben könne, ich kenne es von Anfang an gar nicht anders. hihihi ABER … Wenn da so ein Lieblingsamerikaner nörgelt und immer wieder kommentiert …

Beim großen bekannten Dänischen Möbelhaus haben wir dann den weltberühmten Billy entdeckt. Das System schien stabil genug, Walters Ansprüchen zu genügen. Ein bisschen im Internet herumgeschnorchelt … ein bisschen geboten und schwupp … plötzlich waren wir Eigentümer einer ganzen Schrankwand. Walter ist immer wieder für eine Überraschung gut, da kann man sagen was man will. Das Abholen entpuppte sich als supernetter Kontakt zu den Verkäufern. Das hat wirklich Spaß gemacht. Und inzwischen ist mein Strickzimmer mit neuem Möbel bestückt:

Und ich muss sagen, so sieht das Zimmer sogar noch ein bisschen gemütlicher aus. Ein bisschen Räum-, Sortier- und Putzarbeit habe ich mir noch aufgehoben… Aber so langsam füllt sich der Raum.

Walter scheint sich in diesem Zimmer auch recht wohl zu fühlen, ich bleibe nicht sehr lange alleine, dann kommt er an und will Sortieren helfen. So weiß er inzwischen den Unterschied zwischen LENA und LEA, … kann Wollkataloge und dazugehörige Anleitungshefte zusammenfinden und hat wahrscheinlich gelernt, dass ich bei Handarbeitssachen ganz schön zickig sein kann. hihihi So habe ich aber inzwischen, dank seiner Hilfe, doppelte Hefte und – ja, man glaubt es kaum – Unnötige Hefte aussortiert:

Jetzt muss ich mich nur noch aufraffen und das Zeugs zur Adoption freigeben. Aber dazu müsste ich einige Zeit am PC verbringen und dazu habe ich doch grad gaaaaaar keine Lust. hihihi Ich habe noch einen Stapel Handarbeitsszeitungen aus den 70er Jahren, wo ich mich frage, ob ich da draus JEEEEEMALS was nacharbeiten werde oder ob ich die Hefte doch auch lieber weggeben sollte. Aber zunächst will ich sie unbedingt erst noch einmal ansehen und dann … na wer weiß…

Die Wäremedämmung wird auch mit jeder Woche besser:

5 Boxen kann ich bestimmt noch locker füllen, den Rest würde ich dann mal … naja … vielleicht … mal sehen …

Und JAAAA, ich WERDE die Wolle mal wiegen. Vielleicht in den Weihnachtsferien. Jetzt will ich selber wissen, wie das Verhältnis Wolle zu meinem Eigengewicht ist. Wäre es gleich, hätte ich mehr Wolle als tichiro … oh weh …

Zwischendurch gehen mir so merkwürdige Rechnungen durch den Kopf … Wenn ich 120 kg hätte … 6 kg im Jahr verstricke, würde das Material – Neukauf natürlich ausgeschlossen

- 20 Jahre reichen. OH NO! … Bei 1 kg Wolleverarbeiten im Monat blieben noch 10 Jahre übrig … Ich glaube, ich brauche eine professionelle Strickmaschine. hihihi Aber … ich will mal nicht vergessen, dass ich manche Wolle nur zum Besitzen habe und gar nicht zum Verstricken…

- 20 Jahre reichen. oh weh … dann bin ich erst 60. Dann gehts erst Richtung Rente und Freizeit. Was verstricke ich DANN zum Kuckuck??? Also MEHR Wolle her! hihihi

- 20 Jahre reichen. Dann wäre sie alle. Kein Knäuel übrig … Was, wenn sich die Statik des alten Hauses so sehr an dieses Gewicht gewöhnt hat und dann in sich zusammenfällt???? ALSO WOLLELAGER KONSTANT HALTEN?!

hihihi … Letztes Wochenende habe ich 1 große Tasche mit Einzelknäuel aussortiert. Ich habe die Angewohnheit, wenn ich Wolle gekauft habe, ein Knäuel wegzunehmen und anstricken zu wollen. Meist tu’ ich das gar nicht, packe das Knäuel aber auch nicht zurück. So verschwindet durchaus auch ein weiteres Knäuel von der Gesamtmenge. Am Wochenende habe ich solche Knäuel also zum Rest sortiert. Die doch recht durchsichtigen Boxen sind für solche Spiele ideal und sie sind in Sekundenschnelle umgestapelt (Ihr wisst ja, es ist immer in der untersten Box der allerletzten Reihe hihihi).   Und ein weiteres Phänomen hält an: Einzelne Sockenspielnadeln finden ihren Weg zurück in die Nadeltasche … Rundstricknadel-Seile kommen zum Vorschein … Häkelnadeln sind plötzlich wieder in allen Stärken griffbereit …

Es ist ein schönes Gefühl, alles wieder sortiert und zusammengehörig zu wissen!

Keramikscheune Spickendorf

Ja, liebe Uta … ich war natürlich dort! Die Keramischeune ist ja wirklich nur ein paar Autominuten entfernt und eine Veranstaltung namens Erzgebirgische Weihnacht so mitten in Nordsachsen/Sachsen-Anhalt … na, das muss ich mir doch ansehen, oder???? (Danke übrigens für diesen Supertipp!)

Wir sind schon oft an den Wegweisern vorbeigefahren, aber so richtig hin wollte ich noch nicht. Und ich sag es gleich am Anfang: Ich war total begeistert von dieser Location! Die Gebäude, die Außenanlagen sind super schön hergerichtet, es gibt so viel verschiedene Keramik, da findet jeder irgendwas, egal welcher Stil, welche Farben … einfach nur WOW. Und dann gibts noch ein bisschen was an Pflanzen, Orchideen, Freilandkakteen usw.

An diesem Wochenende war alles aufs Herrlichste weihnachtlich dekoriert. Trotz gar nicht winterlichen Temperaturen/Wetter draußen, störte das irgendwie nicht. Ich hatte den Eindruck, eine ganz eigene Welt zu betreten, sobald die Tür hinter mir ins Schloss fiel.

Hier und da waren Tische aufgestellt, wo fleißig gebastelt wurde. Adventskränze und Adventsgestecke wurden zum Verkauf gebastelt, da hat das Zusehen ja schon Spaß gemacht. Die Auswahl an Ergebirgischer Volkskunst fand ich ebenso exklusiv und schön. Auch hier – wie bei der Keramik – eine schöne Mischung, eine gute Bandbreite, super Qualität. Da ich den Vergleich habe, kann ich sagen, dass dort nichts überteuert ist. Kostet im Erzgebirge auch so.

Walters Highlight war der Drechsler aus Seiffen:Er war ein regelrechter Magnet für Frauen und Männer gleichermaßen. Die Männers stellten gern technische Fragen zu seinem Werkzeug und der Drechselmaschine. Die Frauen haben einfach nur gern zugeschaut und sich mit Sägespänen bestäuben lassen. hihihi Ich war ganz in schwarz gekleidet … vorher … am Ende habe ich sogar die Späne aus dem BH geholt und ich war NICHT zu nahe gekommen, echt nicht!

Solche Bäumchen hat der Mann gedrechselt. Gegen eine Spende für Kinder in Indien durften die Besucher sie mitnehmen. Ich fand das eine hübsche Idee.

Reifenschnitzen hat er auch gezeigt. Irgendwie hätte er ruhig 4 … 6 … 8 … Hände haben können, denn jeder wollte am liebsten alles sehen. Aber EIN Mann kann leider nur EINE Technik zeigen. hihihi Denn: Männer sind NICHT multitaskingfähig (die, die es können, lassen halt ihre weibliche Seite zu).  Wir haben ihm eben staunend beim Drechseln zugesehen. Es ist einfach faszinierend. Hier bekomme ich gerade eine Blume gedrechselt:

Mal sehen, ob diese Schaustunde bei Walter was bewirkt und ob er nun auch seine Drechselmaschine hervorholt. Mich würde es freuen. Ein paar Kundenwünsche hab ich natürlich sofort parat. *grins

Für mich war es hier sehr interessant:

Hier wurde gestrickt und es gab Occhi zu sehen. Ich habe zugesehen, wie das Schiffchen sehr elegant hin und her ge…. (wie auch immer das heißt) wurde. Dann gab es Occhi zu sehen, mit Nadel gearbeitet. Dass mein Walter zu Hause gestand, dass er das noch schöner als Geklöppeltes findet, kann ich euch nicht verraten. Das hat mich nämlich dann doch schockiert und ich bin leider darüber immer noch SPRACHLOS!!!! Aber schön is Occhi natürlich, zugegeben. Ob schöner oder nicht … solche Vergleiche stelle ich  gar nicht erst an.

Zugegeben: Diese Goldrahmen, die ich vom Klöppeln her schon gut kenne, sehen auch mit Occhi suuuupertoll aus (leider ist das Foto nicht sehr scharf geworden):

Tja … und hier mein einziger, minikleiner Kritikpunkt: Das Klöppeln hat natürlich gefehlt auf einer erzgebirgischen Weihnacht.

Nachmittags gab es dann auch noch ein Unterhaltungsprogramm, Live-Musik usw. So lange wollten wir dann beim ersten Mal dann doch noch nicht bleiben *grins. Man muss ja auch noch Steigerungen haben…

Fazit: Es war schöööööön in der Scheune. In der hofeigenen Gaststätte war ein erzgebirgisches Buffett aufgebaut. Tja … wie sieht wohl ein erzgebirgisches Buffett aus? Es war das traditionelle Neunerlei. Sah seeehr lecker aus. Da wir  am Vormittag dort waren, haben wir es nur mal angesehen. Aber wir werden auf jeden Fall dort sehr bald die Küche ausprobieren.

Der Tipp von Uta war wirklich ein Geheimtipp. Ich weiß schon jetzt, dass ich die Keramikscheune wieder besuchen werde. Veranstaltungen gibt es so einige … Mal sehen. Es war einfach nur beeindruckend und schön dort!

Ach ja … die Keramikscheune Spickendorf hat auch eine hübsche Internetseite.

3. Neustädtler Klöppeltage

Es ist schon ein paar Tage her, fast schon ein ganzer Monat, am 08./09. Oktober 2011, um genau zu sein. Trotzdem muss ich noch darüber schreiben, schon weil ich genau weiß, dass ich spätestens nächstes Jahr im Herbst nach  diesem Eintrag suchen werde zwecks Erinnerungsauffrischung.

Zufällig war mein Schwesterchen + Enkel gerade im Urlaub bei uns und so konnten wir uns gemeinsam auf dem Weg nach Schneeberg in den Ortsteil Neustädtel machen, um die Klöppelausstellung zu sehen und gaaaaanz zufällig und gaaaaaanz unauffällig ein bisschen Material einzukaufen. *grins

Für Niclas war das Ganze natürlich eher ein langweiliges Ereignis. Aber er hat durchgehalten und wir haben unseren Besuch nicht allzu lange ausgedehnt. Nun aber … wollt ihr mal mit reinkommen? Ich wusste ja gleich gar nicht, wo ich zuerst hinsehen / hingehen sollte. Kann mich schon gar nicht mehr erinnern, was ich als erstes angesehen habe. Vielleicht das Preisrätsel? Das war wirklich eine super Idee. Man sollte erraten, wie viele geklöppelte Blätter sich in dieser Collage befinden. Ich habe versucht zu zählen, aber das war gar nicht so einfach. Ein Motiv, dass aus einer Eichel und zwei Eichelblättern besteht gilt als … ein Blatt … oder zwei? *grins

Ob meine Zahl (78 Stück) stimmt, werde ich wahrscheinlich nie erfahren. Es hat trotzdem Spaß gemacht und es ist ein beeindruckend großes, sehr, sehr schönes Herbstbild, das dank vieler fleißiger Hände entstanden ist. Super Idee!

Vielleicht hat aber auch die Schaufensterpuppe gleich daneben meine Aufmerksamkeit zuerst erregt? Die Blüte auf dem Hut hatte es mir angetan.

Und wer genau hinschaut, erkennt, dass auch die Kette geklöppelte Teile enthält. Da sage mal einer, Klöppelschmuck sei nicht ausgehfein! Ich war jedenfalls begeistert.

Den Blick nach links in den Bereich der Händler habe ich mir verkniffen. Das würde am Ende kommen. Vorher erst einmal lieber die Klöppelausstellung im Raum nebenan ansehen. Also bitteschön …

Die Exponate waren so geschmackvoll in Szene gesetzt. Obwohl wir hier nicht von einem riesigen Saal sprechen, gab es SO VIEL zu entdecken. Modernes, Klassisches, Religiöses, Wandbilder, Kindermotive, Schmuck, Gardinen, eine Weste, Gürtel und anderes modisches Beiwerk … Das alles war so hübsch arrangiert, dass es bedenkenlos nebeneinander existieren konnte. Hier war wirklich ein (oder viele) Meister am Werk, die etwas vom Dekorieren verstehen. Hut ab! Und natürlich ist in so einem Rahmen auch die Tischdecke nicht einfach ein Stück Stoff, sondern hat auch Geklöppeltes zur Zier:

Auch die Kindermotive fand ich sooo hübsch und niedlich:

Naturbilder wie das Folgende gefallen mir immer wieder sehr:

Tja, und wenn man meint, man hätte sich sattgesehen, dann geht man wieder zurück in den ersten Raum, da, wo die bösen, verführerischen Händler stehen und was muss man erkennen? Deren Stände sind eine Klöppelausstellung für sich:

Da muss man aber wirklich stark bleiben oder am besten ohne Geld hingehen! Echt nicht einfach zu widerstehen bei all der Herrlichkeit! Und geschauklöppelt wurde natürlich auch:

Etwas Besonderes an dieser Veranstaltung ist auch, dass dort die Größen der Neustädtler Klöppelkunst vor Ort sind. Klöppelpersönlichkeiten, deren Namen man sonst nur von vielen Klöppelbriefen kennt, wie z. B. Angela Fritzsch, Steffi Schmat, Ingrid Martin usw. (Wenn ich nicht so schüchtern wäre, hätte ich wahrscheinlich die Namen von allen und auch gleich die Autogramme dazu)

Und wer (mehr) Zeit mitbringt, kann sich gern auf ein Gespräch, eine kleine (oder größere *grins) Fachsimpelei einlassen. Da wird schnell mal was gezeigt, erklärt. Es wird aus dem Nähkästchen geplaudert und … und … und In dieser angenehmen, familiären Athmosphäre kann man sicher schnell ein paar Stündchen verbringen.

Kaffee und Kuchen gab es auch. Für zappelnde Enkelkinder standen kleine Gummimännchen-Tüten bereit. Was braucht man mehr? Und so kann ich nur mein Urteil vom Bericht zu den 1. Neustädtler Klöppeltagen wiederholen: Eine kleine, aber sehr exquisite Veranstaltung, die ich sehr gern weiterempfehlen möchte. Mögen die Neustädtler Klöppelfrauen weiterhin so fleißig an ihrem Hobby werkeln, damit es auch im kommenden Jahr wieder viel Neues und Schönes zu sehen gibt! Danke für diese schöne Ausstellung!!!

Und wer bei all der Schönheit das gewisse Kribbeln in den Händen spürt und glaubt, es nicht bis nach Hause zu schaffen, der kann vor der Tür des Ratskellers schon mal loslegen …

In die Knie gegangen

Tja, … was meint ihr … was bedarf es, um mich in die Knie zu zwingen? Ach ähm … ich gesteh gleich mal am Anfang … : ich hab es ja freiwillig getan … Na ratet mal fleißig! (Na, spielt euere Fantasie schon verrückt? ) Es war während eines Museumsbesuches … (HEY, wer hat da jetzt Gedanken wie:   och, ist ja doch langweilig!)

Also ich hatte schon vorletzten Sonntag meinen eindrucksvollsten Museumsbesuch seit langem. Wir waren spontan mal eben in Dresden, um einen ebay-Kauf abzuholen. Die Zeit legte ich so, dass wir vorher noch ein Museum besuchen können. Wir waren im Museum für Sächsische Volkskunst. Irgendwie hatte ich das mal als Ergebnis von Mr. Google vorgeschlagen bekommen, als ich auf der Suche nach Stichworten wie “Museum” und “Handarbeiten” oder “Strickmusterband” war. Der Besuch ließ sich diesbezüglich ein bisschen … langsam an. Nach 2/3 der umfangreichen und interessanten Ausstellung war ich auch ein bisschen enttäuscht. Bis mein Lieblingsamerikaner in Manier eines typischen Amerikaners Schubladen öffnete. Die hatte ich gar nicht bemerkt … Sie waren sogar odentlich von außen mit der Handarbeitstechnik beschriftet: Buntstickerei, Perlenstickerei, Klöppeln … eigentlich so alles, was zu den Grundtechniken der Handarbeit zählt. Eine Schublade nannte sich “Sockenstricken” … die öffnete ich als erstes. Alte Kniestrümpfe aus dünnem Garn mit diversen Mustern. Hochinteressant. Solche Strümpfe, wo noch aufwändig mit Zu- und Abnahmen die Beinform modelliert wird. Nicht so was Schnelles, Einfaches, wie ich meine Socken heutzutage stricke. Da gab es für mich schon Einiges zu bestaunen.

Aber dann … DANN … die Schublade nannte sich einfach nur “Stricken” … (Ich würde das Museum wegen dieser unscheinbaren Bezeichnung, wegen dieser UNTERTREIBUNG ja glatt verklagen! ) … Dann … also … Schublade aufgezogen … Riesenaugen gekriegt … Herzschlag beschleunigt sich … Schnappatmung setzt ein? oder hab ich gleich die Luft angehalten???? Auf die Knie gefallen (Irgendeine Notfunktion in meinem Kopf mahnt zur Konzentration auf MUND ZU, NICHT SABBERN und LUFTHOLEN NICHT VERGESSEN BITTESCHÖN!) … und staunen …. STAUNEN … vor lauter Begeisterung schon ein bisschen Zittern …

Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben ein gestricktes Musterband gesehen. Naja … eigentlich sogar 5 Stück …
Sicher, ich kenne sie aus den Musterbüchern von ANNA oder auch aus dem Bäuerlichen Stricken Teil 1-3, aber so in echt … In den Büchern konnte ich mir die Größe schlecht vorstellen. Da ich gelesen hatte, dass man sie in Notzeiten auch mal eben zerschnippelte und als Aufwaschlappen missbrauchte, hatte ich so 20 cm Breite im Sinn. Aber das Filigranste war hauchdünn … maximal 5 cm breit … mit gefühlten 1000 Maschen. Das Garn war höchstens Zwirn-dick. Wie wohl die Stricknadeln dazu aussahen? Ein gestärktes Haar vielleicht? Amazing, sage ich nur! Es waren höchstens 30 cm ausgerollt. Was hätte ich darum gegeben, den Rest auszuwickeln und zu untersuchen!!!

Ein Band … vielleicht 8 cm breit … hatte Abschnite, da waren Karoblöcke mit verschiedenen li-re-Mustern gestrickt. So mini-klein … soooo zierlich. Und trotzdem kann man die Muster ganz genau erkennen … Da MUSS man ja ins Sabbern kommen. Und die olle Glasscheibe hielt meine Nase bzw. meine neugierigen Augen auf soooooo weitem Abstand. grrrrrrr

(Liebes Reinigungspersonal … tut mir leid, wenn der Putzaufwand ein bisschen größer war. Ich hab mir bloß ein bisschen die Nase platt gedrückt und vielleicht sind beim Tränen-der-Rührung-wegblinzel-Augenklimpern ein paar viele Wimpern ausgefallen … )

Ich bin dann nach einer ganzen Weile aufgestanden und habe mir den Rest der Ausstellung angeschaut … ähm … was war das doch gleich noch mal …ah ja … Marionetten … als könnte mich sowas nun noch interessieren. Walter hat sich dann an die frische Luft verabschiedet (Raucherpause) und ich bin noch mal zur Schublade zurück. Wieder ab auf den Fußboden, Kamera gezückt und das Wenige versucht, im Bild festzuhalten. Es war sehr nett, diese Stücke fotografieren zu dürfen.

5 verhältnismäßig zum Rest gesehen kleine Exponate haben mich in totales Verzücken versetzt! Und hier – möglicherweise verbotener Weise – mal ein kleines, klitzekleines Bildchen … Ich nehm es sofort weg, wenn es nicht gewünscht ist… Schaut doch mal…

Wolle wiegen!

TZZZZZZ … unglaublich … da kommentiert doch eine Stimme … also nein … ich glaub es kaum … und fragt … ob ich … meine Wolle … also nein … echt jetzt … sie fragt tatsächlich … ob ich sie …    …   …  G E W O G E N … habe!!! TZZZZZ TZZZZZZ Welch Impertinenz, solch eine Frage zu stellen! TZZZZZZZZZZZ

Liebe Leserschaft: SOOOO stark bin ich leider dann doch noch nicht gewesen. Der Anblick alleine setzt mir ja schon zu. Außerdem fürchte ich Ärger mit meinem Walter. Er hat ja beim Bauen knapp 2 Tonnen Lehm aus dem Fußboden rausgemacht, damit die Belastung nicht so groß ist für unser uraltes Häuschen. Wenn er wüsste, wieviel Wolle (und Magazine erst!) ich tatsächlich wieder da hoch geschafft habe …

hihihi … Wir witzeln ja immer wieder gerne, dass die Heizkosten im Haus meiner Mutter diesen Winter auf das Doppelte oder gar UM das Doppelte steigen, bloß weil ich die Wärmedämmung in Form meiner Wolle und den Zeitungen wegschleppe. hihihi

Ach ja … ich kann die Wolle auch gar nicht wiegen, weil mein Strickzimmer (noch) keine Waage hat. *tülü tülü tülüüü So ein Ärger aber auch!?

Im Vertrauen … Ich denke ja inzwischen, wenn ich den Anblick ertragen kann (denn ok … zugegeben … es bringt mich tatsächlich nicht um – wie ich vorher geglaubt habe), dann werde ich es sicher auch verkraften, das Gewicht in Zahlen vor mir zu sehen. Wenn ich erst alles in dem Zimmer habe, fein ordentlich verpackt in den Boxen, dann möchte ich gern meinen ganzen Vorrat für Ravelry aufnehmen und spätestens dann hat man ja zwangsläufig auch das Gewicht… Tichiro werde ich hoffentlich nicht übertreffen *bibber …

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