Es ist schon ein paar Tage her, fast schon ein ganzer Monat, am 08./09. Oktober 2011, um genau zu sein. Trotzdem muss ich noch darüber schreiben, schon weil ich genau weiß, dass ich spätestens nächstes Jahr im Herbst nach diesem Eintrag suchen werde zwecks Erinnerungsauffrischung.
Zufällig war mein Schwesterchen + Enkel gerade im Urlaub bei uns und so konnten wir uns gemeinsam auf dem Weg nach Schneeberg in den Ortsteil Neustädtel machen, um die Klöppelausstellung zu sehen und gaaaaanz zufällig und gaaaaaanz unauffällig ein bisschen Material einzukaufen. *grins
Für Niclas war das Ganze natürlich eher ein langweiliges Ereignis. Aber er hat durchgehalten und wir haben unseren Besuch nicht allzu lange ausgedehnt. Nun aber … wollt ihr mal mit reinkommen? Ich wusste ja gleich gar nicht, wo ich zuerst hinsehen / hingehen sollte. Kann mich schon gar nicht mehr erinnern, was ich als erstes angesehen habe. Vielleicht das Preisrätsel? Das war wirklich eine super Idee. Man sollte erraten, wie viele geklöppelte Blätter sich in dieser Collage befinden. Ich habe versucht zu zählen, aber das war gar nicht so einfach. Ein Motiv, dass aus einer Eichel und zwei Eichelblättern besteht gilt als … ein Blatt … oder zwei? *grins
Ob meine Zahl (78 Stück) stimmt, werde ich wahrscheinlich nie erfahren. Es hat trotzdem Spaß gemacht und es ist ein beeindruckend großes, sehr, sehr schönes Herbstbild, das dank vieler fleißiger Hände entstanden ist. Super Idee!
Vielleicht hat aber auch die Schaufensterpuppe gleich daneben meine Aufmerksamkeit zuerst erregt? Die Blüte auf dem Hut hatte es mir angetan.

Und wer genau hinschaut, erkennt, dass auch die Kette geklöppelte Teile enthält. Da sage mal einer, Klöppelschmuck sei nicht ausgehfein! Ich war jedenfalls begeistert.

Den Blick nach links in den Bereich der Händler habe ich mir verkniffen. Das würde am Ende kommen. Vorher erst einmal lieber die Klöppelausstellung im Raum nebenan ansehen. Also bitteschön …


Die Exponate waren so geschmackvoll in Szene gesetzt. Obwohl wir hier nicht von einem riesigen Saal sprechen, gab es SO VIEL zu entdecken. Modernes, Klassisches, Religiöses, Wandbilder, Kindermotive, Schmuck, Gardinen, eine Weste, Gürtel und anderes modisches Beiwerk … Das alles war so hübsch arrangiert, dass es bedenkenlos nebeneinander existieren konnte. Hier war wirklich ein (oder viele) Meister am Werk, die etwas vom Dekorieren verstehen. Hut ab! Und natürlich ist in so einem Rahmen auch die Tischdecke nicht einfach ein Stück Stoff, sondern hat auch Geklöppeltes zur Zier:

Auch die Kindermotive fand ich sooo hübsch und niedlich:

Naturbilder wie das Folgende gefallen mir immer wieder sehr:

Tja, und wenn man meint, man hätte sich sattgesehen, dann geht man wieder zurück in den ersten Raum, da, wo die bösen, verführerischen Händler stehen und was muss man erkennen? Deren Stände sind eine Klöppelausstellung für sich:


Da muss man aber wirklich stark bleiben oder am besten ohne Geld hingehen! Echt nicht einfach zu widerstehen bei all der Herrlichkeit! Und geschauklöppelt wurde natürlich auch:

Etwas Besonderes an dieser Veranstaltung ist auch, dass dort die Größen der Neustädtler Klöppelkunst vor Ort sind. Klöppelpersönlichkeiten, deren Namen man sonst nur von vielen Klöppelbriefen kennt, wie z. B. Angela Fritzsch, Steffi Schmat, Ingrid Martin usw. (Wenn ich nicht so schüchtern wäre, hätte ich wahrscheinlich die Namen von allen und auch gleich die Autogramme dazu)
Und wer (mehr) Zeit mitbringt, kann sich gern auf ein Gespräch, eine kleine (oder größere *grins) Fachsimpelei einlassen. Da wird schnell mal was gezeigt, erklärt. Es wird aus dem Nähkästchen geplaudert und … und … und In dieser angenehmen, familiären Athmosphäre kann man sicher schnell ein paar Stündchen verbringen.
Kaffee und Kuchen gab es auch. Für zappelnde Enkelkinder standen kleine Gummimännchen-Tüten bereit. Was braucht man mehr? Und so kann ich nur mein Urteil vom Bericht zu den 1. Neustädtler Klöppeltagen wiederholen: Eine kleine, aber sehr exquisite Veranstaltung, die ich sehr gern weiterempfehlen möchte. Mögen die Neustädtler Klöppelfrauen weiterhin so fleißig an ihrem Hobby werkeln, damit es auch im kommenden Jahr wieder viel Neues und Schönes zu sehen gibt! Danke für diese schöne Ausstellung!!!
Und wer bei all der Schönheit das gewisse Kribbeln in den Händen spürt und glaubt, es nicht bis nach Hause zu schaffen, der kann vor der Tür des Ratskellers schon mal loslegen …
