Gewerkelt

Himmel … vor lauter Erlebnissen vergess ich doch glatt, dass ich auch ein bisschen was zum Zeigen habe. Nicht viel. Ich habe mich immer noch in der Kleinteileproduktion verzettelt. Aber schon aus persönlichen statistischen Gründen will ich das mal nicht unter den Tisch kehren.

Aus diesem unschuldigen, beinahe völlig unbelaubten Bonsai

wurde im Handumdrehen ein Vogelbaum:

Inzwischen haben die Vögelchens auch Augen bekommen. Was ich mit ihnen mache, weiß ich noch nicht. Im Augenblick macht es einfach Spaß, sie zu stricken. 1 Frühstückspause = 1 Körper.

Dann sind noch ein paar Spülis entstanden, die ich auch niemandem vorenthalten will. Da ist der September-Spüli aus dem Mysterie-Kal von  von  Rachel van Schie. Super leicht zu stricken, interessanter Effekt. Das nächste Mal würde ich ihn aber lieber ein bisschen größer stricken:

Im Knitting Pattern-A-Day-Kalendar 2010 fand ich eine Spüli-Trilogie, die ich unbedingt nachstricken wollte. Der 1. wurde schon im September fertig (Siehe hier). Nun habe ich auch die anderen 2 noch nachgestrickt.

Diesen hier finde ich richtig schön. Das re-li-Muster gefällt mir sehr gut. Er ließ sich schön stricken, der grüne Streifen in der Mitte entstand aus der Angst, die Wolle könnte nicht reichen. War gar nicht nötig. Aber so gefällt er mir noch besser, denke ich. Theoretisch könnte ich den nun auch noch mal mit umgekehrten Farben stricken.

Für diesen hier nimmt man das gute alte Pfauenmuster. Immer wieder schön. Immer wieder gut zu stricken. Auch dieser Spüli gefällt mir sehr gut. Verstrickt aus einem BW-Leinen-Gemisch, ein Knäuel aus dem Restekauf von neulich. Entschuldigt bitte das verwackelte Foto. Ich mach am Wochenende ein neues.

Ah ja … neulich Montagmorgen, im Superstau auf der Autobahn habe ich in Ermangelung sinnvoller Anleitungen einen Fetch gestrickt. Die Anleitung hatte sich noch im Strickkörbchen versteckt. *grins Am Wochenende hab ich es dann endlich mal zusammengenäht und ausgestopft.Vorder- und Rückseite sind in verschiedenen Farben gestrickt. Das ist ein Teil aus der Rubrik “gestrickte Merkwürdigkeiten”. hihihi Keine Ahnung, was ich damit soll. Als Hundespielzeug ist es für MEINEN Hund nicht tauglich. Es würde keine 2 Minuten überleben.

Herbstzeit … Teil 2

Ach, es tut gut, nach 2 Wochen Abstinenz wieder privat online zu sein (ich sag nur Anbieterwechsel *SEUFZ). Daher geht es mit den Berichten gleich weiter.

Schwesterchen weil ja dieser Tage gerade im Erzgebirge. Trotz vollem Terminkalender hat sie sich den gestrigen Nachmittag freigenommen (ich auch *grins) und so konnten wir in Sachen Handarbeiten auf die Reise gehen. Erstes Ziel: Der Prinz-Albrecht Turm in Grünhain-Beierfeld. Laut Presse ist dort nämlich noch bis Sonntag eine Klöppelausstellung, initiiert von einer einheimischen Klöppelgruppe. Die Frauen legen Wert darauf, dass nur Stücke gezeigt werden, die im letzten Jahr (also seit der letzten Ausstellung) gefertigt wurden. Sie wollen damit Langeweile in der Ausstellung vermeiden.

Wunderschönes Wetter (saukalt, aber sonnig), schöne Gegend … Auf dem Weg zu diesem Turm sahen wir viele Leute Drachen steigen lassen (NEIN, es war keine Schwiegermutter dabei, zumindest haben wir keine schreien gehört. hihihi). Die Ausstellung selbst ist in einem kleinen, gemütlichen Raum in dem Turm. Wir mussten dafür keine Treppen steigen und nicht mal Eintritt bezahlen.

Fleißige Frauen! Es waren schöne Stücke zu sehen, jeder Art. Modernes, Klassisches, Farbiges, traditionell-weißes … Strauß-Anhängern, über Bilder, Gardine, Schal, beklöppelte Tasche … wirklich eine schöne Bandbreite.

In der Zeitung war zu lesen, dass die Frauen darüber nachdenken, nur aller 2 Jahre eine Ausstellung zu machen, damit sie einfach mehr Ausstellungsstücke haben. Dazu mag ich gar nichts sagen. Es ist schon ein ziemlicher Druck, ein Jahr lang zu ackern, damit man was wegzeigen kann. Ein Jahr ist schnell rum … Ich kann sie verstehen. Eine Frage stellt sich mir sowieso … Wieso haben die Frauen eigentlich überhaupt so viel zu zeigen … Die Klöpplerin, die ich so gut kenne (*winkewinke zu Christine), klöppelt wie verrückt und nach einem Jahr sind die wenigsten Stücke noch in ihrem Besitz. Verschenkt. Basta. Ob die Grünhainer Frauen ihre Geschenke extra für die Ausstellung sich zurückleihen???? Leider sind sie nur am Wochenende zum Schauklöppeln vor Ort, so dass ich mit meiner Frage nun vielleicht für ewig leben muss. *grins

Fazit: Eine kleine, aber sehr feine Ausstellung. Danke an die fleißigen Klöpplerinnen!

Da wir für die Ausstellung nicht allzu lange gebraucht haben, ging es dann gleich weiter in Richtung Annaberg-Buchholz, wo im Museum ebenfalls eine Klöppelausstellung ist. Gezeigt wird Spitze aus dem tschechischen Nachbarland. Hier wurde es schon moderner. Es gab nichts Traditionelles zu sehen. Die Hochzeitsausstattungen waren sehr schön. Hier mal ein Beispiel:

Wie gesagt, hier geht es modern-kreativ zu:

Auch hier eine kleine, schöne Ausstellung. Betonen möchte ich, wie akkurat die Exponate geklöppelt sind! Wirklich Meisterleistungen.

Unser Ausflug führt uns noch in einige Annaberger Volkskunst-Läden. Auch da gibt es ja immer wieder Geklöppeltes (zum Kaufen) zu sehen. Da wird schnell aus einem simplen Schaufensterbummel ein Klöppel-Fachgespräch. Eine kurze, sehr genussreiche Rast haben wir in der neueröffneten Schokoladerie der Firma Annaberger Backwaren GmbH gemacht. Hier kann man Schokolade ERLEBEN: Im gemütlichen Café kann man zuschauen, wie Schokolade verarbeitet wird. Wir durften zusehen, wie flüssige weiße Schokolade (bääähh) zu einer Tafel wird, incl. Verzierung. So wird aber der Besuch sehr abwechslungsreich. Ich bin sicher, so mancher Besucher bleibt länger sitzen, weil er noch das Ende eines Arbeitsganges sehen will. Schließlich werden hier auch Figuren gegossen und verziert usw.

Der Abschluss unseres Ausfluges fand kurz vor Ladenschluss in einem Handarbeitsgeschäft statt. Kleiner Laden, nette Bedienung, super Sortiment. Da fühlt man sich wohl. Schwerpunkt liegt zwar auf Patchwork, aber es gab auch Wolle und Sticksachen. Dort haben wir einen Flyer entdeckt, der für den 6./7.11.2010 die Kreativtage in Annaberg-Buchholz ankündigt mit Patchworktreffen. Na, das hört sich doch auch gut an, oder???? Muss ich mir mal vormerken…

Fazit: Ein schöner Schwestern-Nachmittag, eine schöne Erzgebirgsrundfahrt gespickt mit vielen Klöppeleindrücken. Sowas machen wir viel zu selten!

Herbstzeit – Messe- und Ausstellungszeit

Ja, wir sind mitten im  Herbst, der erste Schnee für unsere Region ist fürs Wochenende angekündigt … Wir sind also mitten in der schönsten Hobbymessen- und Ausstellungszeit. Und ich lebe mich da ja sehr gern aus: Am Samstag ging es kurz entschlossen nach Merseburg, ins Kulturhistorische Museum. Dort, so hatte ich es auf einem Plakat auf der Handarbeitsbörse in Neubrandenburg gelesen, sind noch bis November historische Mustertücher zu sehen. Noch immer begeistert von meinem Ausflug letztes Jahr ins Oberpfälzer Freilandmuseum (hier mein alter Eintrag dazu) musste ich die Ausstellung in Merseburg sehen, wenn irgendwie möglich. Nun … am Samstag also war ich mit Walter da.

UND ICH WAR BEGEISTERT!

Die Ausstellung selbst erstreckte sich über 3 Räume, aber wie das meistens so ist, kann man in drei Räumen total viel unterbringen. Wenn ich es recht verstanden habe, ist die Ausstellung das Ergebnis eines studentischen Projekts, sozusagen von der Idee, über Recherche bis zur fertigen Ausstellung mussten sie alles bewältigen. Ich kann den Studenten ohne Weiteres ein super-mega-dickes Bienchen für diese Arbeit geben!

Diese Vitrine ließ mich gleich zu Beginn erkennen, dass ich nicht etwas Ähnliches wie im Freilandmuseum erwarten durfte. Die Ausstellung hier war immer wieder mit historischem Handwerkszeug zusätzlich abwechslungsreich gestaltet.

Ein Neger-Stickbuch … ich gehe davon aus, dass die Bedeutung keine rassistische ist? Ein Firmenname vielleicht? Höchst interessant jedenfalls.

Ein Stickbuch von 1604! Wow … Da würde ich gern meine Nase reinstecken!

Diese Bücher … diese Bücher!!! … Wer von euch würde da nicht auch mal drin blättern wollen?????? Ich habe darüber nachgedacht, wie schnell der Alarm losgeht und die Polizei da wäre … und ob ich in der Zwischenzeit ALLES fertig durchblättern könne… *grins

Es wurden auch andere Stickereien gezeigt. Das gefiel mir auch gut! Schaut auch mal hier:

Hardanger scheint mich zu verfolgen *grins:

Nun aber zu den Mustertüchern, sie nahmen schließlich den Hauptteil der Ausstellung ein. Gleich als Erstes das Tuch, das mir aus unerfindlichen Gründen am allerbesten gefallen hat. Sicher gab es viele, die schöner waren, die auch in einem besseren Zustand waren. Aber irgendwie hatte es mir das hier angetan, ich konnte mich nicht satt daran sehen.


Es gab wirklich aaaaaaalte Tücher zu sehen:

Sehr farbenprächtige:

und einfarbige natürlich:

Nicht nur Kreuzstich:

Dieses ist auch seeehr hübsch und sseeeeeehr alt

Trotz der vielen Vitrinen und Bilder an der Wand zog eine Wand im mittleren Raum alle Blicke auf sich: Sie war voller Mustertücher, eines neben dem anderen, die meisten in rot gehalten. Die Fotos sind leider nicht sehr scharf geworden, aber hier eines, dass nur den mittleren Teil dieser Wand wiedergibt:

Es sind ABC-Tücher aus den Jahren 1830 – 1926 (eine Sammlung des Kulturhistorischen Museums Schloß Merseburg und Leigaben der Grabau-Stiftung Halle)

Ich war überwältigt! Es war kaum möglich, ein Liebingsstück auszuwählen. Jedes Mal, wenn ich von einer anderen Richtung auf die Wand schaute, gefiel mir ein anderes. Und dies hier ist auch schön … oder dieses? … nein … DIESES … ach … dieses auch … Ihr wisst schon…

Hier nun doch ein Lieblingsstück … Geht nicht … ich kann mich schon wieder nicht entscheiden. grins

Ein Raum war dem Thema “Sticken durch die Welt” gewidmet. Hier wurde es im Gegensatz zu den wirklich aaaaalten Mustertüchern ziemlich modern. Dieser Ausstellung ging ein Wettbewerb voraus.

Zugegeben … so sehr ich den Fleiß der Stickerinnen weltweit bewundere … in vielen Ländern finde ich die Stickereien überwältigend bunt … ZU überwältigend bunt. Aber ohne Farbe wären die Arbeiten wiederum nicht landestypisch. Also lassen wir es, wie es ist. *grins

Zu sehen gab es Wandbehänge, Tischwäsche, bestickte Taschen, usw. Das Thema war also total losgelöst von der Ausstellung der Mustertüchter. Und hier mein Lieblingsstück aus diesem Teil der Ausstellung:

Wir haben – wenn wir nun schon mal da sind – natürlich auch das “normale” Museum angeschaut. Für mich ist sowas immer eine kleine “Angeltour” … immer auf der Suche nach Beiträgen rund um die Handarbeit. In diesem Museum gibt es natürlich auch Einiges zu entdecken … ob eine Nachbildung einer vorgeschichtlichen Handspindel, ein alter, antiker kleiner Tischwebstuhl (war das dann ein STUHL?), usw. usw. Und schaut mal, was ich dort auch entdeckt habe:

Jaja, ein Klöppelsack! Da staunst du, Christine, oder? (Sie durfte die Fotos nämlich vor diesem Eintrag noch nicht durchsehen. *grins)

Schön fand ich eine alte Puppenstube mit kleinen Handarbeitsdetails: gestickte Kissen und Teppich (!), gehäkelte Deckchen, bestrickte und behäkelte Püppchen usw.

Auch sonst war eine Bauernstube hier und da mit einem gestickten Tuch und dergleichen dekoriert. Auch das eine oder andere Mustertuch und alte Stickheft war zu finden. Diese Details zu entdecken, ist mein Spaß bei Museumsbesuchen.

Ich konnte es kaum erwarten, in die an der Kasse angepriesene Perlenstickerei-Ausstellung zu kommen. Schon wieder Sprachlosigkeit meinerseits. Ich komme aus einer Gegend, wo es früher, seeehr viel früher auch eine einschlägige Industrie gegeben hat und daher in den Heimatmuseem gewisse Exponate zu finden sind. Aber dieser kleine Raum war vollgepackt mit Taschen, Täschchen, Gürteln, Kleidern, Schmuck, Tischsets usw. Sogar Lampen (in Kronleuchterform) gab es zu bestaunen. Leider war es schwierig, in dem relativ dunklen Raum Dhinter Glas vernünftige Bilder zu machen … Dies ist wirklich nur ein Bruchteil:

Diese Ausstellung an sich ist schon einen Besuch wert. Hier ist noch ein Zeitungsartikel zur Ausstellung zu finden.

Anschließend haben wir auch den imposanten Dom angeschaut, der gleich nebenan ist. Mein Fazit: Merseburg ist einen Besuch wert. Wer gern stickt und in der Nähe ist, sollte die Ausstellung der Mustertücher unbedingt besuchen. Sie ist nur noch bis zum 07.11.2010 zu sehen. Übrigens … Das Tuch vom ganz oben gezeigten Plakat ist dort als Zählmuster erhältlich. Es gibt auch Bücher zum Thema zu erwerben… Wer sich für historische Mustertücher interessiert, der schaut doch auch mal hier oder hier vorbei. Die Seiten hab ich zufällig grad entdeckt…

NEIN, ICH WILL NICHT AUCH NOCH STICKEN!!!!!

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