Produktive Zugfahrten

Ich bin ja wirklich regelrecht begeistert, wie toll die Zugverbindungen von Delitzsch aus sind. Und mit dem Wochenendticket ist eine Reise ja auch noch halbwegs finanzierbar. Da lasse ich mein Autolein doch richtig gerne stehen. Ich denke, wenn wir Christine in Zukunft besuchen, werden wir so oft wie möglich lieber den Zug nehmen. Ist doch viel entspannter, als Autofahren. Und sehr viel mehr Zeit braucht man mit dem Zug auch nicht. 1 x Umsteigen ist doch gar nicht so schlimm. Ich finde es einfach super.

Meine Fahrten am Wochenende waren jedenfalls alle ganz entspannt. Die Verspätungen wurden wieder herausgefahren bzw. haben die Anschlusszüge gewartet. Ich hatte immer Sitzplatz und konnte so stricken, stricken, stricken. Hatte das eine oder andere nette Kurzgespräch zu meiner Strixelei. Wirklich super entspannend und schön, TROTZ vergessenem mp3-player!

Vorweg möchte ich noch erwähnen, dass ich am Freitag mal kurz im Delitzscher Handarbeitsladen war, der mich bisher ja noch nicht so begeistert hat. Ich brauchte ein Knäuel Schulgarn in grün. Und wo ich schon mal da war, habe ich auch in der Restkiste gekramt. Jedes Knäuel 1 Euro … hm … da waren einige drin, die sich nach Spüli anfühlten. So habe ich ein bisschen zugeschlagen. Und Einiges davon wurde gleich verwendet.

Spüli Nummer 1 ist aus der Restekiste. Eine Baumwoll-Bambus-Mischung, würde ich sagen. Es entstand der “Luv Bug” (kostenlose Anleitung) von Rachel van Schie.

Die Farbe ist eigentlich ein viel dunkleres Türkis. Aber naja … ich und Kamera … das alte, leidliche Lied halt.

Gleich anschließend ein etwas dickeres Garn, ebenfalls aus der Restekiste, wurde zu einem Spüli mit einem Muster, das ich vor langer Zeit schon mal gestrickt habe. Es gefällt mir sehr, ist aus irgendeiner älteren Mustersammlung. Dickeres Garn, dünne Nadeln = Er ist ein bisschen fester als sie bei mir sonst üblich sind.

Hier das Muster noch ein bisschen deutlicher:

Er wurde während einer Pause auf der Handarbeitsbörse in Neubrandenburg fertiggestellt. Auf dem Rückweg zu Christine habe ich dann diesen Spüli gestrickt:

Das Muster ist aus dem Knitting Pattern-A-Day-Kalendar 2010 (damit es seine Daseinsberechtigung hat *grins) Er entstand aus einem Knäuel einer Baumwoll-Leinen-Mischung von Schachenmayr. Dieses Garn ist ein bisschen … strickähnlicher. Mal sehen, wie die Spüli-Eigenschaften so sind. Ich denke, er geht trotzdem recht gut. Man soll ja mit seinen Spülis schließlich nicht kuscheln. Schon gar nicht, wenn sie in Gebrauch sind. hihihi

So, dies war meine Samstagsproduktion. Am Sonntag soll man ja bekanntlich ruhen und so entstand nur noch dieser Spüli:

“Springing up Flowers” von KrisKnits. Dieser Spüli ist aus einem Messe-Kauf-Schulgarn-Knäuel gestrickt (schönes Wort, oder? hihihi)

Die restliche Fahrt habe ich Fäden verstochen und wenn der Zug anhielt, habe ich die Spülis gleich mal schnell geknipst. Da hatte ich auch zu tun. *grins Nun habe ich erst einmal was Anderes auf den Nadeln. Auch ein 1-Knäuel-Projekt aus der Reste-Kiste, einen Schal (oder Würger, wie ihn Sabine nennen würde hihihi *winkewinke nach Aue). Wobei mir schon wieder Spüli-Muster durch den Kopf gehen… *SEUFZ

Ach ja … etwas Negatives gabs beim Zufahren doch … vor lauter Strickerei hatte ich ja nicht mal Zeit zum Schlafen! Wer mich genau kennt, wird das kaum glauben. Ist aber echt wahr. Aber im Alter braucht man ja nicht mehr so viel Schlaf, habe ich mal gehört. Scheint bei mir zu stimmen …

15. Neubrandenburger Handarbeitsbörse

Ich bin wieder zurück und werde euch leider enttäuschen müssen … Es wird von der Handarbeitsbörse leider, leider keine Fotos zu sehen geben. Fotografieren war nämlich nicht erlaubt! NICHT, DASS DA JEMAND IDEEN KLAUT! nämlich! Und damit niemand aus meinem Bericht Ideen klauen kann, wird auch mein Bericht ziemlich minimalistisch ausfallen:

Es sei gesagt, dass wir einige Stunden dort verbracht haben und es sehr, sehr schön war.

Das Fotografierverbot ärgert mich noch immer tierisch. Ideenklau! Wo leben die denn??? Wer von einer Technik so viel versteht, dass er Ideen klauen kann, der braucht sicher nicht erst ein Foto von einem Modell, um es nachzuarbeiten. Mir geht es jedenfalls so. Ich habe schon seit Jahren ein Foto eines Pullovers in meinem Kopf, den ich mal an einer Passantin gesehen habe. Den könnte ich sofort nacharbeiten (Werde ich vielleicht auch eines Tages. Mal sehen.). Außerdem hatte ich nicht den Eindruck, dass die Stände auf der Börse unter Umsatzmangel zu leiden hatten. Ich finde das einfach nur doof. Mir hat es dort soooo gut gefallen, dass ich gern ein bisschen Werbung gemacht hätte. Vielleicht hätte ich ja den Einen oder Anderen mit ein paar Fotos nächstes Jahr dorthin gelockt? Zumal die Internetseite der Börse ja eher minimalinformativ ist.

Vielleicht mögt ihr mir schreiben, was ihr von so einem Verbot zu einer derart großen Messe haltet? Ist das für die Verkäufer wirklich so schlimm??? Sollte ich mir für nächstes Jahr einen Presseausweis besorgen? Als Blogschreiber bin ich ja vielleicht auch so was wie Presse?

Aber wisst ihr, wen wir dort hautnah gesehen haben? Die Antonia aus Tirol. Ziemlich interessant, was für ein kleiner Medienrummel um sie gemacht wurde. Auch wer sie nicht ge- bzw. erkannt hätte, es wäre ziemlich schnell klar gewesen, dass da ein Star unterwegs ist. *grins

Sie hat ein paar Stände unter den wachsamen Augen eines Kameramannes beäugt, fesch im Opal-Strickdirndl. Dann sang sie ein paar Lieder und hat ihre Modenschau eröffnet. Damit wir die Modells ungestört bestaunen konnten, hat sie nicht reingequatscht und erst am Ende wieder abmoderiert. Diese und auch die anderen Modenschauen waren wirklich hübsch und schöner als letztes Jahr.

ACH WAS, ICH KANN ES NICHT LASSEN! KLAR HABE ICH FOTOS GEMACHT und KLAR, ZEIGE ICH SIE . UND WEHE, JEMAND WAGT ES, EINE IDEE ZU KLAUEN. Diejenige lege ich persönlich übers Knie und stecke sie in mein niedliches, kleines, feuchtes und DUUUUUUNKLES Kellerverließ!!!! Klaro???

Here we are!

Nicht direkt Besuchermangel, oder?

Dieser Stand hat uns besonders interessiert:

Er war ständig dicht umlagert, die Inhaberin hatte ständig Leute auf der Bank sitzen, die nach der Anleitung fragten.

Christine und ich haben eine ruhigere Minute abgepasst und ebenfalls eine Lektion bekommen. GANZ EINFACH! hahaha, mal sehen, wenn wir unser neues Wissen zum ersten Mal ausprobieren. hihihi

Kennt jemand dies hier:

Tolle Socken, zum Teil sehr aufwändig. Sehr kreativ in der Technik, wie Wünsche umgesetzt werden. Viele ließen sich erklären, wie man eine Ferse nachträglich einstrickt. Die jungen Frauen hatten immer viel zu erklären. Dennoch … die 2 Mädels sahen beim Stricken aus, als hätten sie noch nicht oft Socken gestrickt. Sorry. Da bekam man vom Zusehen irgendwie schon einen Krampf in den Fingern. Aber vielleicht ist ja nicht jeder so ein lässiger Stricker wie wir? *grins

Liebe Edeltraut, kennst du diesen Laden in Rostock? Der Verkaufsstand war seeeeeeehr verlockend. Das muss einfach ein super Laden sein. Erzähl mir mal davon:

Hier die in meinen Augen schönste Hardangerschleife (hihihi, wenn mir die jemand nacharbeitet, den steck ich nicht in meinen Keller):Es gab viel Kunst zu sehen, hier Kunst aus Papier:

… oder aus Filz. Ich bin ja nicht so der große Freund der Filz-Manie. Aber diese Bilder würde ich mir auch ins Haus hängen. So filigran, so … naturgetreu. Wie gemalt eben. Wirklich sehr, sehr schön:

Diese alten gestickten Tücher finde ich einfach nur faszinierend. An diesem Stand konnte man die Muster kaufen und das notwendige Material erstehen. Er war auch immerzu umlagert. Auch hier war das Standpersonal voll in seinem Element und gab viel Auskunft. Ich bin sicher, sie haben so manche Geschichte über “Meine Oma hat…” und dergleichen gehört. Das muss schön sein. Aber sicher auch anstrengend.

An diesem Stand fand ich dieses Plakat von einer Ausstellung in Merseburg. Ich weiß zwar noch nicht wie und wann, aber diese Ausstellung würde ich sehr, sehr gerne sehen. Sie ist von Studenten organisiert, habe ich erfahren. Ich hatte vermutet, dass es die Ausstellung ist, die ich letztes Jahr im Oberpfälzer Freilandmuseum besucht hatte (siehe meinen alten Blogeintrag dazu). Ist es aber nicht.

Die schönste Filztasche der Börse und daher in meinen Augen auch Kunst:

Ich bekam eine kleine private Modenschau HIHIHIHI:

Und hier nun noch der Star des Tages:Von den Rängen hatte man einen guten Überblick über das Geschehen und man konnte die Modenschauen gut sehen. Wenn auch aus Distanz, so war es besser, als direkt um die Bühne herum im dichten Gedränge. Ein hübscher Platz für eine (strickende) Rast.

Ich hätte noch soooo viel mehr fotografieren können: Die gezeigten Quilts waren wieder sensationell. Die Klöppelausstellung der Neubrandenburger Gruppe war wieder umwerfend schön und es waren viele sympathische, auskunftswillige Schauklöpplerinnen anwesend, die alleine schon eine hübsche Modenschau hätten machen können. (Wäre DAS nicht mal eine Idee, liebe Veranstalte???) An jeder von ihnen gab es was zu entdecken. Dann war auch der Stuhlflechter wieder da. Diese Arbeiten finde ich ja sehr faszinierend. Ach er kam gut beim Publikum an, er war dicht umlagert, vor allem auch von Männern, die auf der Börse ja eher zu kurz kommen. Neubrandenburg scheint (immer noch) eine Hochburg des Quiltens zu sein. Ein Großteil der Stände widmete sich diesem Thema. Ich liebe die Farbenpracht der Stoffe!

Ja, diese Börse ist wirklich eine sehr umfangreiche Veranstaltung: Klöppeln, Quilten, Nähen, Häkeln, Stricken, Sticken, Filzen, Weben, Spinnen, Schmuck, Dekoration, … es ist wirklich alles da. Die Reise hat sich gelohnt.

Einkaufstechnisch war ich sehr sparsam: Nur 4 Knäulchen Schulgarn für Spülis wanderten in meine Tasche. Und eine kleine Handarbeitsschere. Ich konnte diesem süßen, bunten Ding nicht widerstehen. Und es ist sooo scharf, dass es sogar in der linken Hand funktioniert:Für meine Mama habe ich ein bisschen Nähkram gekauft, damit sie gleich weiß, was sie uns als nächstes schenken kann. *grins Aber das ist noch geheim. psssssst.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.