Unser Besuch der 19. Klöppeltage in Annaberg war schon vor 2 Wochen, am 14.09.2008, um genau zu sein, aber der lieben Bärbel zuliebe und der Vollständigkeit halber kommt hier nun der Bericht. Lieber spät als nie, oder?
Bisher waren wir immer am Eröffnungs-Samstag dort. Dieses Jahr ging es erst am Sonntag. Wir hatten letztes Jahr gehört, da sei es eh’ viel schöner, weil der Andrang nicht so irre groß wäre. Und wer auch immer das uns ins Ohr geflüstert hat, er hatte vollkommen Recht. Es waren alle Händler vom Samstag anwesend und bedeutend weniger Besucher. Es war trotzdem noch voll, aber es war kein Gedrängel mehr wie sonst. Man konnte den vielen Schauklöpplern gut über die Schulter schauen, …

die Ausstellung ohne Geschupse genießen und sogar mal ein Fachgespräch mit dem einen oder anderen Händler führen:

Kurz: Rundum ein Genuss!!
Insgesamt – Ausstellung und Händlerbereich überdenkend – gab es keinen neuen Trend, nichts ULTIMATIV Neues, keine Neuentdeckung. Ich würde sagen, Schuck, Taschen und Schals waren wieder vordergründig. Und es gab Millionen verschiedenen Strauß-Behang zu jedem Anlass (wenn man nur genug Platz für solche Sträuße hätte *grins).
Den Wettbewerb (Welchen Titel hatte der eigentlich? Ach ja. „Linienspiele“) fand ich dieses mal nicht so prikelnd. Es gibt deshalb auch keine Fotos von mir. Wenn die Kunst ZU abstrakt wird, kann ich ihr nichts mehr abgewinnen.
So, nun ist aber Zeit für eine Fotoschau. Ein Bild hat mir besonders gut gefallen, schaut mal:

Die Ausstellung selbst war wieder sehr abwechslungsreich und wunderschön. Da holt man sich Anregungen ohne Ende. Ergänzt durch die Ausstellungsstücke an den Händler-Ständen. Hier ein paar Eindrücke:





Schaut euch mal diese süßen Kinderarbeiten an:

Diese Armreifen finde ich total genial. Auch wenn es sie bisher nur in silber gibt, habe ich mir einen mitgenommen.

Christine Mirecki aus Hamburg ist ja bekannt für ihre Entwürfe von Kleidungsstücken. Ein Stand mit Ihren Klöppelbriefen ist alljährlich dabei. Und jedes Jahr bin ich von den Werken und den Farben total begeistert. Schon im Hausaufgang sieht man, dass man dem Stand immer näher kommt:

Neu war eine Händlerin aus Dresden mit ihren bunt geklöppelten Werken. Davon mag man halten was man will, aber auch in klassischem uni sehen diese Deckchen einfach umwerfend aus! Der Stand war eine echte Bereicherung, hoffentlich sehen wir die Frau nächstes Jahr wieder.

Schaut euch mal die Halskette dieser Händlerin an. Eine kleine Handarbeitsschere. Ist das nicht eine geniale Idee?????

Ebenso beeindruckt haben mich am Stand aus Chemnitz die Taschen. Die helle Tasche aus Bambus zum Beispiel, die findet auch Christine schön. Einziges Defizit: Sie hat nur einen Druckknopfverschluss in der Mitte und ist ansonsten offen. Das gefällt uns ja an unseren momentanen Klöppeltaschen nicht so sehr. Einen Reißverschluss hat dagegen die dunkelbraune, fast schwarze Bambus-Umhängetasche, die mir suuuuper gut gefällt.
Auf jeden Fall unterscheiden sich diese Taschen deutlich von denen übrigen, die nun schon recht weit verbreitet sind.

Liebe Sabine, es gibt übrigens auch Würger in geklöppelter Ausführung:

Sind das nicht wunderschöne Wandbehänge:

Diese Schals im Hintergrund sind einfach nur edel. Will man die wirklich um den Hals schlingen und zerknittern???

Diese Tier-Bilder finde ich auch sehr schön. Mir gefällt es generell, wenn Geklöppeltes in ein gemaltes Bild integriert wird. Solange man erkennt, was es sein soll. Hihihi Aber da gibt es ja hier keine Probleme:

Angenehm fand ich, dass die nahende Weihnachtszeit nicht übermäßig in den Vordergrund gerückt wurde. So konnte man sogar was für Ostern sehen:

Den Klöppelbrief zu diesem Schal hab ich ja schon zu Hause. Mir gefällt die Idee, da „Glitzerkram“ mit einzuarbeiten, wie hier auf dem Foto. Ich habe mir in Annaberg (unglitzriges) Material zu diesem Schal mitgenommen. Mal sehen, in welchem Jahrzehnt ich ihn klöpple.

Wie jedes Jahr gar nicht gut fand ich das Getue von einigen Händlern, wenn man Fotos machen wollte. Wenn ich daran denke, wie oft Christine und ich die Fotos vom Schneeberger Klöppelkongress letztes Jahr anschauen. Und hin und wieder entsteht daraus durchaus eine Bestellung. Wenn man sich nicht mehr erinnern kann, wird es halt nichts mehr mit Bestellungen. Auch das Weitertragen von Ideen ist doch Werbung und umsatzfördernd, oder? Und ich bin nach wie vor der Meinung, dass der, der Klöppelbriefe lieber nachahmt statt zu kaufen, kein Foto braucht. Derjenige starrt halt das Geklöppelte lange genug an, geht raus und macht eine Skizze. Der das kann und will, macht das sowieso. Mit oder ohne Foto. Auf jeden Fall finde ich es ziemlich doof, wenn das Standpersonal auf zickigste Weise die Leute anblafft. Mit einem Lächeln im Gesicht und ein paar netten Worten würden sie ihren Verkauf sicher tüchtig ankurbeln. Manch einer ist so verschreckt, dass er einfach nur noch weitergeht und sich die Klöppelsachen an der Wand nicht mal mehr getraut anzusehen. Die Schwarzenberger Klöppelschule ist da immer besonders auffallend. Ausgerechnet aus unserem Landkreis. Das find ich so was von schrecklich! Da wird sogar vergessen, dass eine Kollegin vor einem steht … Ein tolles Aushängeschild.
So, nun zum Schluss noch was Positives:
Mein lieber Walter war auch wieder mit von der Partie. Er mag ja Klöppelspitze auch und hat den Schauklöpplerinnen interessiert zugesehen. Ich wurde gefragt, ob er auch klöppelt, weil er auch ein bisschen gefachsimpelt hat. Meine Meinung ist ja, er müsse es unbedingt ausprobieren! Das wäre ja sooooo cool (und ich könnte weiterhin lieber stricken hihihi). Aber als wir nach dem leckeren griechischen Mittagessen noch mal zur Ausstellung zurück sind, fand ich Walter nach einer Weile so:

Was auch immer er denken mag, es geht offensichtlich in die Richtung: Ob sie heute noch den Ausgang finden?. Hihihi Lieber Walter! Es ist mal wieder Zeit, dir für die Geduld zu danken, die du an solchen Tagen zeigst! Bei den Meisten ist das Mitnehmen des Partners ja immer mit einer guten Dosis extra Stress verbunden. Da hab ich es viel besser getroffen. DANKE DIR!
Und es ist megaschade, dass du nächste Woche nicht zur Hobbymesse nach Leipzig mitkommst. Vor allem, weil dieses Mal auch Christine ihren Männe mitnimmt (mindestens 4-fach-Stress-Faktor hihihihi).