Vielleicht erinnert ihr euch?
Im November 2007 habe ich eine Übernachtung in der Prinzensuite im Hotel Köhlerhütte Fürstenbunn in Waschleithe gewonnen. Ok, das ist nur 35 km von Zuhause entfernt, aber ich hab mich riesig gefreut. Die Suite kostet 100 Euro pro Nacht, das leiste ich mir nie und nimmer selber!
Am Sonnabend ging es also los. Wir haben unterwegs in Aue am Simmelcenter Halt gemacht, weil ich Walter die momentane Ausstellung dort zeigen wollte: DDR-Sachen. Ist es ein Zeichen, dass ich alt werde, weil ich mich gern an so was erinnere? Ich finde es immer wieder spannend, eine kleine Zeitreise in meine Jugend zu machen. Mag man davon halten was man will.
Bei strahlendem Sonnenschein ging es dann weiter nach Waschleithe, wo wir uns erst einmal das Heimateck angesehen haben (Mist, ich kann keine Internetseite dazu finden).
Da war ich auch zum letzten Mal als Kind und ich muss sagen, ich war total begeistert. Die Anlage ist in einem TOP Zustand, man hat den Häusern nichts von dem schlechten Wetter der letzten Wochen angemerkt. Da wir ja früher selber mal eine Garteneisenbahn besaßen, weiß ich, welchen Aufwand man betreiben muss, um eine Anlage soooo gut in Schuss zu halten. Ich habe vieeeele, viele Bilder geknipst, damit ich alles in guter Erinnerung behalten kann. Hier mal nur ein paar ganz einzelne Beispiele:


Alle Figuren auf der Anlage sind geschnitzt. Und es gibt viele Figuren! Das finde ich prima und darin unterscheidet sich die Anlage von ähnlichen Miniatur-Anlagen, soweit ich das beurteilen kann.
Tja, das Oberbecken vom Pumpspeicherwerk Markersbach wollten wir uns auch ansehen. Meine Kollegen haben schon öfters geschwärmt, es wäre ein tolles Ausflugsziel, wo man gut spazierengehen kann. Nun … wir sind eine Betonstraße entlang gegangen. Links häßlicher, ungepflegter Wald, wie er in den letzten Jahren hier wohl modern geworden ist. Rechts ein riesiger, gleichmäßig spärlich mit Gras bewachsener Hang, gut durch Zaun mit Stacheldraht geschützt. Walter meinte, es ist, als würde ein Liliputaner um eine Badewanne herumspazieren… Wir fragten entgegenkommende Wanderer, ob es noch interessanter wird. Die Antwort war, dass man noch eine Weile laufen muss, dann hätte man einen guten Ausblick über Markersbach. Nun … es gibt genügend Aussichtspunkte im Erzgebirge, wo man mehr als nur einen Ort übersehen kann. Darauf hatte ich keine Lust. Also kehrten wir enttäuscht um und fuhren zum Hotel.
Ein wirklich seeeeehr, sehr schönes Hotel. Im Wald gelegen, ein Schaubergwerk vor der Nase. Super nettes Personal, dass immer freundlich und gelassen blieb, auch wenn es ein bisschen stressiger wurde. Die Suite war sehr schön. Die Sauberkeit fiel mir besonders auf. Nirgendwo war ein Anzeichen von Verschleiß zu erkennen, kein Schatten in den äußersten Ecken im Bad oder so. Prima. Ich mag den Landhausstil, in dem die Ausstattung ist.
Das Himmelbett sah seeehr romantisch aus. Leider hat es ganz unromantisch gequietscht, schon beim Hinsetzen. Und zwischen den 2 Matratzen war ein ziemlich großer, ausgeprägter Besucherritz. Walter hatte Angst, er könnte da versehentlich nachts hineingeraten und ich rolle darüber und schwubs, ist er auf Nimmerwiedersehen verschwunden. hihihihi Wir hatten also ziemlich viel zum Witzeln. Ein unerträglich lauter Whirlpool tat sein Übriges dazu.
Aus dem romantischen Wochenende wurde auf diese Weise eher ein albernes, aber total schönes Wochenende. Ein kleines Highlight war dies:
Darf ich vorstellen: Rondo Marzipano (Nugateis im feinen Marzipanmantel an Kirschragout)
Dieses Dessert haben wir zum Abendessen nicht mehr geschafft und so haben wir es uns abends 22:30 Uhr aufs Zimmer kommen lassen. njam njam sooooooooo lecker! Was für ein Luxus, das aufs Zimmer zu kriegen. Das hab ich zu Hause noch nicht geschafft. hihihi
Der Sonntag ging seehr ruhig zu, ich war schon früh wach und habe mich ins Wohnzimmer gesetzt. Die Morgensonne schien zum Balkonfenster herein, die Vögel zwitscherten und ich hab in dieser Idylle gestrickt, bis Walter aufgewacht ist. Was für ein Tagesbeginn! Dann gab es ein sehr abwechslungsreiches, üppiges Frühstücksbuffet. Schon wieder Schlemmen!
Nach Abreise fuhren wir kurzentschlossen zur Burg Scharfenstein.

Wir hatten Werbung davon gesehen und dachten, es könnte interessant werden. Es WAR Interessant! Wir erfuhren viel von Karl Stülpner, haben eine Unmenge an altem Spielzeug und historischem Kunsthandwerk gesehen. Es gab eine Klöppelstube: ein kleiner Klöppelladen, wo 2 Frauen geklöppelt haben. Nebenan gab es Bastelsachen und vor allem Patchworkutensilien. Dort war man auch gerüstet, mit Kindern zu basteln. Das find ich ja prima! Und dann war auch noch eine Stube, wo 2 Frauen mit Hardangerarbeiten beschäftigt waren. Dort gab es überall gestickte und andere selbstgemachte Sachen zu bewundern und auch zu kaufen. Ich hab es ein bisschen bedauert, dass in den Räumen keine Hintergrundmusik war. Es war totenstill, so dass ich mich nicht getraut habe, die Frauen anzusprechen. Dabei hätte ich doch so einige Fragen bestimmt gehabt.
Die Burg hat mir sehr gut gefallen! Im Museum gab es immer wieder kurze Videos zu sehen über Holzkunst, an den Wänden waren zahlreiche Mobile, die man mit Kurbeln bewegen konnte. So wird ein Museum nicht langweilig. Und für Kinder wird regelmäßig etwas ganz Besonderes veranstaltet: An bestimmten Terminen wird die Burg zur Märchenburg. Das muss ein echtes Erlebnis für Kinder sein, soviel ich gehört habe.
Auf der Rückfahrt haben wir noch am Wasserschloss Klaffenbach eine kurze Rast eingelegt und waren dann abends 18 Uhr wieder zu Hause. Es war ein wirklich schönes, ein durch und durch gelungenes Wochenende. Ein richtig lohnenswerter Kurzurlaub. Danke der BVO, die mit ihrem Hotelgutschein der Auslöser dafür war!
Stricktechnisch bin ich noch mit dem Pulli beschäftigt. Rücken- und Vorderteil haben nun wieder zusammengefunden. Noch ein paar Reihen und ich stricke den 2. Ärmel. Ich hab noch keine Ahnung, ob der Pulli überhaupt passen wird…
















